Allgemeine Radfahrer-Union

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Logo der Allgemeinen Radfahrer-Union, 1897

Die Allgemeine Radfahrer-Union (ARU) wurde am 1. Januar 1886 gegründet.[1] Ihre Gründung geht auf die Ausrichtung des Deutschen Radfahrer Bundes (DRB) zurück, der insbesondere die Interessen der Vereine organisierte. Die Allgemeine Radfahrer-Union orientierte sich an den Interessen der Einzelfahrer und des Radwanderns.[2][3]

1. Vorstand J. Schaefer. Portaittext im Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897, S. 14.
Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine 1897. A.R.U siehe, S. 123 ff. und S. 138 ff.
Logo der Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände und Titel des VDRV-Merkbuchs von 1925
Logo des Lausitzer Radfahrer-Bunds, ab ca. 1906 bis 1933

Während im DRB und im Allgemeinen Deutschen Radfahrer-Verband (ADRV) nur Vereine Mitglied waren, bestand die ARU nur aus persönlichen Mitgliedern. Ende des 19. Jahrhunderts firmierte die Allgemeine Radfahrer-Union auch unter dem Namen Deutscher Touren-Club (A.R.U.). Anfang des 20. Jahrhunderts existierte die Bezeichnung Allgemeine Radfahrer Union D.T.C.[4]

Durch den Ersten Weltkrieg verschwand die ARU. Die Neugründung als Deutsche Radfahrer-Union (DRU) fand am 24. und 25. Januar 1920 in Hannover statt; der erste Nachkriegkongress der DRU 1921 in Magdeburg.[5] Verbandszeitschrift war die Rad-Union, die ab Dezember 1920 bis November 1921 in Dresden erschien, danach am Sitz der DRU in Hannover. 1924 war die DRU Gründungsmitglied der Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände.[6]

Der Lausitzer Radfahrer-Bund war als Dachverband der Lausitzer Radfahrvereine mit der ARU assoziiert. Die Deutsche Radler Post als „amtliches Organ des Lausitzer Radfahrer-Bundes und des Hauptkonsulates Lausitz der Allgemeinen Radfahrer-Union“ wurde gemeinsam herausgegeben.[7]

  • 1890–1891: Graz[9]
  • Radfahrerverein Wanderer e. V. gegründet 1889 als Consulat Augsburg der Allgemeinen Radfahrer-Union[10]
  • 1901: Stützerbach[11]
  • 1904: Hannover[12]
  • um 1913: Berlin[13]

Orte, in denen die Allgemeine Radfahrer-Union Konsulate unterhielt, lassen sich bspw. aus den Neuaufnahmelisten in den alljährlichen ARU-Festschriften ablesen, die anlässlich der Kongresse erschienen.[14][15]

  • 1896: Thüringen, Lothringen, Niederrhein, Mannheim (für Nord-Baden und nordöstliche Pfalz), Sachsen und Nord-Böhmen, Leipzig, Mittelrhein, Berlin, Südbaden, Elsass, Württemberg, Schwaben, Unterfranken, Hessen-Nassau, Hannover-Oldenburg, Hannover, Rheinpfalz, Saar und Blies, Grossrussland, Mittelbaden, Frankfurt am Main.[16]
  • 1897[17]
  • ab ca. 1900: Schweiz[18]
  • ab mind. 1913: Lausitz[19]

Kongressorte der Allgemeinen Radfahrer-Union

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Für die Kongresse (auch Congresse) wurden Festschriften und -bücher gedruckt, in denen u. a. die Geschichte der Radfahrer-Union, die Organisatoren und Gremien, die Kongressstadt, das Festprogramm und Radtouren sowie Landkarten der Gegend und für die Anreise vorgestellt wurden.

  • 5. Kongress, 1890: München[20]
  • 7. Congress, 1892: Coburg[21]
  • 8. Kongress, 1893: Karlsruhe[22]
  • 9. Kongress, 1894: Regensburg[23]
  • 10. Kongress, 1895: Saarbrücken/St. Johann[24]
  • 12. Kongress, 1897: München[25]
  • 13. Kongress, 1898: Eisenach[26]
  • 14. Kongress, 1899: Mainz[27]
  • 15. Congress, 1900: Strassburg[28]
  • 16. Kongress, 1901: Augsburg[29][30]
  • 18. Kongress, 1903: Mannheim-Heidelberg[31]
  • 19. Kongress, 1904: Nürnberg[32]
  • 20. Kongress, 1905: Weimar[33]
  • 21. Kongress, 1906: Ulm[34]
  • 24. Kongress, 1909: Zwickau (Lindenhof-Varieté)
  • 25. Kongress, 1910: Heilbronn[35]
  • 26. Kongress, 1911: Neustadt an der Weinstraße[36]
  • 27. Kongress, 1912: Ansbach[37]
  • 28. Kongress, 1913: Meiningen[38]
  • 29. Kongress, 1914: Aachen[39]

Deutsche Radfahrer-Union

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1920 hatte die DRU ca. 1300 Mitglieder in 14 Ortsgruppen, 1921 ca. 3500 Mitglieder in 55 Ortsgruppen, 1922 ca. 8600 Mitglieder in 114 Ortsgruppen und 1923 12000 Mitglieder in 165 Ortsgruppen.[40] 1924 gehörte die DRU zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände.

Kongress- und Hauptversammlungsorte der DRU

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An den Hauptversammlungen nahmen die delegierten Vertreter der Vereine teil.

  • 1920: Jena (1. Kongress)
  • 1921: Braunschweig (Hauptversammlung),[41] Magdeburg (2. Kongress)[42]
  • 1922: Krefeld (3. Kongress)[43]
  • 1923: Würzburg (4. Kongress),[44] Hannover (Hauptversammlung)[45]
  • 1924: Ahlen in Westfalen (5. Kongress)[46]
  • 1925: Schweinfurt (6. Kongress),[47] Hannover (Hauptversammlung)[48]

Einzelnachweise

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  1. Die Allg. Radfahrer-Union wurde auf Anregung des Herrn C. Lutz am 15. November in Nürnberg gegründet und zwar zunächst unter dem Namen „Allgemeiner Deutscher Radfahrer-Verein“. In: Jahrbuch der deutschen Radfahrervereine. 1897, S. 123.
  2. Offizielle Festschrift des Haupt-Consulat München zum XII. Congress des Deutschen Touren-Club (A. R. U.) vom 17. – 22. Juli 1897, S. 19, Kurzer Rückblick auf die Entwicklung der Allgem. Radfahrer-Union
  3. Unterwegs auf alten Straßen: Fahrradtourismus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. (unterwegs-auf-alten-strassen.de) (Memento des Originals vom 30. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unterwegs-auf-alten-strassen.de
  4. Anne-Katrin Ebert: Radelnde Nationen. Die Geschichte des Fahrrads in Deutschland und den Niederlanden bis 1940. Campus Verlag, 2010, S. 159 f.
  5. Rad-Union: Verbandszeitschr. d. Deutschen Radfahrer-Union; Nachrichtenbl. der Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände. Nr. 9, S. 3, 30. Juni 1921, Dresden.
  6. Merkbuch der Vereinigung Deutscher Radsport-Verbände., Hannover 1925, S. 2.
  7. Deutsche Radler-Post, amtliches Organ des Lausitzer Radfahrer-Bundes und des Hauptkons. Lausitz d. Allgem. Radf.-Union; Fachzeitschrift für die Gesamtinteressen des Radfahrsports und der Fachindustrie
  8. Profilzeichnung der Strecke: Saales-Strassburg-Kniebis-Stuttgart-Nürnberg, Strassburg i. Elsass 1904, Bibliothèque nationale et universitaire, Strasbourg-B.N.U.S.
  9. Wolfgang Wehap: Rad-Lexikon, Biografisches Rad-Lexikon Steiermark mit Register der Vereine und Verbände (PDF) S. 171.
  10. Augsburger Stadtlexikon, R
  11. Fest-Buch zur Banner-Weihe des Konsulats Stützerbach der Allg. Radfahrer-Union, Deutscher Touren-Club am 10., 11. und 12. August 1901
  12. Hannoverscher Radsportclub 1912 e. V.: 100 Jahre HRC, Die Gründung des Vereins im Jahre 1912 und die Entwicklung bis 1914. (Memento vom 29. Oktober 2016 im Internet Archive) sowie Die Geschichte des HRC und seiner Vorläufer – der Wiederaufbau 1919 und die ersten Nachkriegsjahre. (Memento vom 29. Oktober 2016 im Internet Archive)
  13. Berlin 1913 : unsere Stadt vor 100 Jahren; Schlagzeilen, Meldungen und Kurioses aus der "BZ am Mittag" Berlin 1913, Axel Springer Syndication, 2012.
  14. Offizielle Fest-Schrift zum XIII. Kongress der Allgem. Radfahrer-Union, Deutscher Touren-Club, vom 22. bis 27. Juli 1898 zu Eisenach. S. 541.
  15. Verzeichnis der Haupt-Consulate. In: Jahrbuch der deutschen Radfahrer-Vereine. 1897, S. 139 (Wikisource)
  16. Verzeichnis der Consule und Vertreter, Unions-Vereine, Gasthöfe und Reparaturwerkstätten, Nürnberg, 1896, S. 145 ff.
  17. vgl. Jahrbuch der deutschen Radfahrervereine 1897: Verzeichniss der Haupt-Consulate. S. 139.
  18. Ansichtskarte Genf mit Stempel allgemeine Radfahrerunion Hauptconsulat Schweiz XI. schweizerische Gesellschaftstour Pfingsten 1905
  19. Vgl. Deutsche Radler Post.
  20. Festschrift des Radfahr-Humor zum VII. Bundestag des Deutschen Radfahrer-Bundes und zum V. Kongreß der Allgemeinen Radfahrer-Union August 1890, Fest-Programm zum 5. Congress der Allgemeinen Radfahrer-Union zu München vom 9. bis 12. August 1890.
  21. schimmer.de (PDF; 14 MB)
  22. Sport in Karlsruhe: von den Anfängen bis heute. Hrsg. Stadtarchiv Karlsruhe, Info Verlag, 2016, ISBN 978-3-88190-440-7, S. 278.
  23. Festbuch zum IX. Congress der Allgemeinen Radfahrer-Union. II. Teil
  24. Bgm. Alt-SB 1861 Beihilfe der Stadt für den X. Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union in St. Johann, 1895 (Verzeichnungseinheit); Ebert 2010, S. 247.
  25. ma-shops.de (Memento des Originals vom 29. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ma-shops.de sowie Edmund Kammel: Ernennung zum ARU-Ehrenmitglied 1897 in München.
  26. WLB-Stuttgart: Offizielle Fest-Schrift zum XIII. Kongress der Allgem. Radfahrer-Union, Deutscher Touren-Club, vom 22. bis 27. Juli 1898 zu Eisenach
  27. Heinz-Egon Rösch: Daten zur Geschichte des Sports in Mainz (Memento des Originals vom 10. Juli 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sport.uni-mainz.de
  28. sixbid.com
  29. Festbuch zum XVI. Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union Deutscher Touren-Klub in Augsburg: vom 19. bis 23. Juli 1901.
  30. Franz Häußler: Anno 1900: Als Augsburg schon einmal Fahrradstadt war. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 9. Juli 2017.
  31. Zettel: 18. Kongress Allgemeine Radfahrer-Union D.T.C. 1903 Mannheim-Heidelberg (Memento vom 1. Oktober 2016 im Internet Archive) auf ebay.de
  32. Festbuch zum 19. Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union, (Deutscher Touren-Club) zu Nürnberg: vom 15.-19. Juli 1904.
  33. Hofmarschallamt Rudolstadt, Archivalien-Signatur: 064 Datierung: 1896–1907
  34. Köpfe, Klatsch, Kurioses. (Memento des Originals vom 29. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swp.de In: Südwest Presse. 4. Juni 2016.
  35. 25. Jubiläums-Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union vom 5. – 10. August 1910 zu Heilbronn.
  36. jensbemme.de
  37. ak-ansichtskarten.de
  38. Postkarte zum 28. Kongress der Allgemeinen Radfahrer-Union. Deutsches Historisches Museum, Objektdatenbank
  39. Juli-Krise 1914 in der Region: Das abrupte Ende eines leichten Sommers. (Memento des Originals vom 29. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aachener-zeitung.de In: Aachener Zeitung. 28. Juni 2014.
  40. Die Geschichte der Kongresse. vgl. Rad-Union, 3. Juli 1924, S. 2.
  41. Rad-Union, 1. Februar 1921, Nr. 2, S. 1.
  42. Rad-Union, 1. März 1921, Nr. 3, S. 6.
  43. Rad-Union, 20. Mai 1922, Nr. 10, S. 1. und Nr. 15, 5. August 1922, S. 1.
  44. Rad-Union, 15. Oktober 1922, Nr. 19, S. 4.
  45. Rad-Union, 5. Januar 1923, Nr. 1, S. 1.
  46. Rad-Union, 21. Februar 1924, Nr. 3, S. 1.
  47. Rad-Union, 16. Oktober 1924, Nr. 19, S. 1.
  48. Rad-Union, 22. Dezember 1924, Nr. 21, S. 1.