Albatros W 5

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Albatros W 5
Typ See–, Torpedo- und Fernaufklärungsflugzeug
Entwurfsland

Deutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller Albatros
Erstflug 1917
Indienststellung 1917
Produktionszeit

1917/1918

Stückzahl 5[1]

Die Albatros W 5 war ein deutsches Schwimmerflugzeug des Ersten Weltkriegs.

Noch während die vom Reichsmarineamt (RMA) im November 1915 als „Versuchstorpedoflugzeug“ (VT) bestellte und im Mai 1916 ausgelieferte Albatros W 3 den Sommer über bis in den September 1916 hinein mit zufriedenstellenden Ergebnissen beim Torpedoversuchskommando (TVK) in Eckernförde getestet wurde, erfolgte im Juli die Auftragsvergabe über einen verbesserten Nachfolger. Die Albatros Flugzeugwerke entwarfen daraufhin unter der Leitung von Chefkonstrukteur Karl Grohmann ein größtenteils baugleiches, aber in Details verändertes Flugzeug. Während Form und Größe des Rumpfes weitgehend gleich blieben, wurde die Spannweite der Tragflächen erhöht und das Leitwerk vergrößert. Die beiden Bz-III-Antriebe in Druckanordnung wurden übernommen, erhielten aber verkleinerte Motorgondeln und verbesserte Kühlanlagen. Im Rumpfboden befand sich wie bei der W 3 eine längliche Mulde, in der der Torpedo mit 5° Neigung untergebracht wurde. Die zweiköpfige Besatzung bestand aus dem Torpedoschützen im Bug und dem direkt dahinter und noch vor der Tragflächenvorderkante untergebrachten Flugzeugführer.

Die am 25. Juli 1916 vom RMA bestellten fünf W 5 erhielten die Marinenummern (MN) 845–849 und wurden in der ersten Jahreshälfte 1917 nach und nach dem Seeflugzeug-Versuchskommando (SVK) in Warnemünde zur Erprobung übergeben. Dabei stellte sich bei Flugtests mit der MN 845 heraus, dass die Wirksamkeit der nur in die obere Tragfläche eingesetzten beiden Querruder unzureichend war, worauf alle W 5 mit insgesamt vier Querrudern in Ober- und Unterflügel nachgerüstet wurden. Nach dem Abschluss der Tests und der Abnahme am 27. Juli 1917 wurden die Flugzeug der Torpedofliegerschule in Flensburg übergeben und dort zur Ausbildung verwandt. Zwei Monate später mussten alle W 5 mit der Begründung von nötig gewordenen „Änderungen an den Holmen der oberen Tragfläche“ am 17. September 1917 stillgelegt werden. Die Nummern 847–849 gingen deshalb zurück zum SVK Warnemünde, wo sie entsprechend modifiziert wurden, die anderen beiden blieben in Flensburg und wurden vor Ort umgerüstet. Anschließend erfolgte die Freigabe zum Flugbetrieb, der noch bis zum April 1918 mit allen fünf Exemplaren bis zum April 1918 ohne weitere Vorkommnisse durchgeführt wurde.[2]

Technische Daten

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Kenngröße Daten
Besatzung 3
Spannweite 22,70 m (oben)
21,60 m (unten)
Länge 13,10 m
Höhe 4,25 m
Flügelfläche 100 m²
Flächenbelastung 36,65 kg/m²
Leistungsbelastung 11,25 kg/PS
Rüstmasse 2263 kg
Nutzlast 826 kg
Zuladung 1402 kg
Startmasse 3665 kg
Triebwerk zwei wassergekühlte Sechszylinder-Reihenmotoren
mit starren Holzluftschrauben Garuda (⌀ 2,75 m, 1,54)
Typ Benz Bz III
effektive Leistung
Nennleistung
165 PS (121 kW) in Bodennähe
150 PS (110 kW) bei 1420/min
Kraftstoffvorrat 454 l (326 kg)
Höchstgeschwindigkeit 133 km/h in Bodennähe
Marschgeschwindigkeit 115 km/h
Startgeschwindigkeit 80 km/h
Steigzeit 8,2 min auf 500 m Höhe
14,7 min auf 800 m Höhe
20,0 min auf 1000 m Höhe
Gipfelhöhe 3000 m
Reichweite 460 km
Flugdauer 4 h
Startlauf 20 s bei 1–2 m/s Wind
Bewaffnung 2–5 7,9-mm-MG
Abwurfmunition ein 736-kg-Torpedo
  • Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt, Band 21). Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3.
  • Jörg Biber: Das Seeflugzeug-Versuchs-Kommando Warnemünde. Media Script, Berlin 2023, ISBN 978-3-9822979-1-0.
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1994, ISBN 3-89350-693-4.
Commons: Albatros W.5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. E. S. Mittler & Sohn, Herford 1994, ISBN 3-89350-693-4, S. 152
  2. Ulrich Israel: „Fliegende Aale“ – Deutsche Torpedobomber im Ersten Weltkrieg. In: Fliegerrevue Extra Nr. 25, Möller, Berlin 2009, ISSN 0941-889X S. 65.