Diskussion:Joseph Heinrich Garnier

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Letzter Kommentar: vor 13 Jahren von Flominator in Abschnitt Untersuchungshaft in Freiburg
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Geburt und Tod nach Grandjonc

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Wer ist Grandjonc? --Flominator 20:10, 25. Apr. 2010 (CEST)Beantworten

Lebensdaten

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Hallo Flominator! Die Lebensdaten sind nach Jacques Grandjonc, aus: Wolfgang Strähl: Briefe eines Schweizers aus Paris 1835 - 1836, hrsg. von Jacques Grandjonc et al., 1988 (googeln). Dort auf Seite 558 die Anmerkung: "Lebensdaten nach der Untersuchungsakte." Ändere bitte die Anschlussdaten, Literaturhinweis etc. ab, denn ich habe gerade kaum Zeit mich darum zu kümmern. Grandjonc wird Dir auch sonst eine Hilfe sein wg. ergänzender Angaben und Kritik an Schieder, Förster etc. Grüße -- Imbarock 20:10, 25. Apr. 2010 (CEST)Beantworten

P.S.: meine Eintragung hat sich mit Deiner Frage überschnitten. Habe das Buch im Regal, solltest Du weitere Fragen haben - es darf nur nicht eilen. -- Imbarock 20:30, 25. Apr. 2010 (CEST)Beantworten
Jetzt mach ich doch Überstunden, Neugierde. Die Linde-Verweise stimmen nicht ganz, nach Staatsexamen 1822 folgt 1828 Paris, exakt nach den Akten in Karlsruhe. Hochschullehrer steht nicht bei Linde- Hatte das auch nie in Erinnerung, wird nur bei Glossy (Literarische Geheimberichte) so behauptet, von dem es Schieder S. 15 übernommen hat und Schieder gibt nicht an, dass G. als Lehramtskandidat abgewiesen wurde, was nun wirklich Fakt ist. Grandjonc weiss auch nix davon, also "Hochschullehrer" im eigentlichen Sinne war er definitiv nie, vielleicht gab er Sprachkurse an der Uni, das passt schon eher, auch bezüglich seiner damaligen Lebensumstände. Ich ändere mal ab.
Die Angabe "Deutsches Leben, Kunst und Wissenschaft" geht auf Schieder zurück, der im GLA-Karlsruhe recherchiert hat. In den dortigen Unterlagen verschrieb sich Garnier (!) - was Wunder, ähnlich lautende Journale gab es zuhauf, gleichlautend z.B. Karl Gutzkows Blatt. Alle Historiker, die direkten Zugriff auf die nur vier Ausgaben umfassende Garnier-Zeitung (August-September 1834) hatten, kennen nur den Titel "Deutsches Leben, Kunst und Poesie", nach der zweiten Nummer verkürzt auf "Deutsches Leben", das ist mehrfach bezeugt. Obendrein von Garnier selbst, in einem (publizierten) Brief an den englischen Publizisten und Romancier William Howitt, als es darum ging, ein etwaiges neues Kaspar Hauser-Buchprojekt auf den Weg zu bringen (Mitte 1840er-Jahre). In der zweiten Nummer vom 5. Sepember 1834 hatte Garnier sein, wie er schreibt "pamphlet" (Broschüre vom Februar 1834) um den Aspekt Bayern-Baden-Pfalz erweitert und zugleich, nach eigenen Angaben, zu "versachlichen" versucht! Was die Rotlinks anbelangt, bitte weglassen, die Zeitschriften sind nie und nimmer von größerer Bedeutung und quantitativem Umfang gewesen, da kommt nichts dabei raus. Alles etwas verwirrend, "passend" zu Garnier halt. Auch ob er 1855 oder nach einer anderen Quelle 1856 gestorben ist, setze daher das "um" wieder ein. -- Imbarock 22:43, 26. Apr. 2010 (CEST)Beantworten
Nachtrag, Grandjonc Lit.Hinweis wie im Lemma, S.450: Garnier zeige in "Deutsches Leben", Nr.3, vom 8. Oktober 1834 die Ankunft Harro Harrings in London und seine künftige Mitarbeit an. Also, s.o., von August - Oktober, nicht September. Die Bestimmung der vierten und letzten Nummer (Grandjonc spekuliert nach Vermutungen mit sechs, was nicht stimmt) bleibt offen - und ist so wichtig auch nicht. Aber zur Abrundung des Gesagten -- Imbarock 00:51, 27. Apr. 2010 (CEST)Beantworten

Untersuchungshaft in Freiburg

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Danke für diese Ergänzungen. Wann und warum saß er denn in Freiburg? --Flominator 07:52, 28. Apr. 2010 (CEST)Beantworten

Das liegt noch etwas im Dunkeln, aber entweder war der Steckbrief vom, ich glaube 21.Oktober 1833, noch "gültig" und/oder er wurde (nachträglich) im Zusammenhang mit 1848 verhaftet, dem Jahr als er aus England zurück kam. Rätselhaft auch, wie ein Teil seines schriftlichen Nachlasses in die Hände von Georg Fein kam - wahrscheinlich war er (Garnier) in dieser Zeit auch in der Schweiz. Offenbar "mied" er Baden. Mir liegt hier nur eine völlig verballhornte Abschrift der Akten aus Karlsruhe vor. In Haft gesetzt wurde er nämlich erst 1851, von ihm selbst habe ich noch einen Hinweis vorliegen, dass er sich 1850 zeitweise in einem nassauischen Kurort aufhielt ("der einzige Kurgast...") Dieser einzige Kurgast hat auch wirklich eine ganz tragische Lebensgeschichte (offenbar dem Alkohol verfallen), aus den Kreisen seiner englischen Freunde ist mir bekannt geworden, dass er wohl in einer psychiatrischen Anstalt in Baden gestorben sei - das ist ein neuer Ansatzpunkt. Habe noch einige Infos mehr, aber das muss geordnet und nach brauchbarer Literatur durchsucht werden. Gruss -- Imbarock 09:19, 28. Apr. 2010 (CEST)Beantworten
Gut, nun haben sich ja die Puzzlestücke besser aneinandergefügt. Vielleicht arbeite ich noch einen Garnier-Brief an William Howitt ein, der belegt, dass er noch in den 1840ern an einem neuerlichen Kaspar-Hauser-Buch gearbeitet hat (was er in Freiburger U-Haft bestritt) und der voller aberwitziger Verschwörungstheorien bis hin zu den fast schon obligatorischen Antisemitismen ist! Gut möglich, dass darob nie etwas wurde. Aber das verweist auf den teils sehr gut geschriebenen, teils einige wichtige Details aussparenden Abschnitt in Treskows Rotteck-Buch, Band 1, S.160ff, 'Dem Judenzelotismus eine Lanze' - Stimmen zur bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden. Die erlauchten Verteidiger der Menschenrechte hatten diesbezüglich durchaus ihre Nachtseiten. Man darf ja nicht vergessen, dass z.B. Garnier bei Börne und Heine keineswegs gut angesehen war, was man zumeist mit seiner Neigung zur Geheimbündelei zu erklären versucht hat, aber da war wohl doch noch mehr. So lebte Garnier zeitweise (Sommer 1831) mit Friedrich Seybold gemeinsam in einer Pariser Wohnung. Seybold, auch ein Kaspar-Hauser-Romancier (1834) und radikaler republikanischer Journalist, "glänzte" in seinen Schriften mehrfach mit antijüdischen Ausfällen. Börne war für ihn "der einzige Jude, den ich liebe." Und Seybold war, nebenbei, der Schwager von Friedrich List, dessen frühe antijüdische Haltung zu Reutlinger Zeiten in der Biografie - auch in WP - nur am Rande, wenn überhaupt, zur Kenntnis genommen wird. Dies nur, um jeder Hagiografie vorzubeugen, denn es gab auch andere, konstitutionelle, liberale und demokratische Stimmen, viele davon vergessen, die sich von solchen Stereotypen nicht anstecken ließen. Wer kennt schon die Abgeordneten Speyerer und Grimm der 2. Badischen Kammer, die sich im Juni 1831 vorbehaltlos für eine umgehende Emanzipation, d.h. staatsbürgerliche Anerkennung der Juden ohne Wenn und Aber ausgesprochen hatten? Mit anderen Worten, ich folge Elisabeth Hüls' kritischer Monografie Johann Georg August Wirth (1798 - 1848), ein politisches Leben im Vormärz, die eine demokratische Heldenverehrung dekonstruiert, um sie "nüchterner" würdigen zu können! -- Imbarock 01:06, 7. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Wahnsinnig interessant, wirklich! Grimm dürfte vermutlich der hier sein, aber wer war Speyerer? Was den Antisemitismus bei List angeht: Hast du eine brauchbare Quelle, die man über ein paar Sätze in den Artikel einfließen lassen könnte? Hast du zufällig weitere Infos, wo genau Garnier in Freiburg als Sprachlehrer unterrichtet hat?--Flominator 09:43, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Zu List siehe [1], dort Einleitung, S.16. Aber, dies betrifft den "frühen List" der kommunalen Selbstverwaltung. Für die 1820er kommen aus dem, im weitesten Sinne "Umfeld" Lists, noch Seybolds (sein Schwager) "Neckarzeitung" und merkwürdig sympathisierende Artikel dieser Zeitung zu Hartwig von Hundt-Radowsky hinzu - alles und noch mehr "verzettelt" und noch nie richtig untersucht. List hat sich davon aber, je mehr Reise- und Welterfahrungen er machte, restlos "freigeschwommen"! -- Imbarock 19:50, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Jakob Wilhelm Speyerer (1789-1876), Lederfabrikant in Heidelberg, Bürgermeister 1832 bis 1840, Abgeordneter für Heidelberg und eben 1831 bis 1833 für Ämter Wiesloch und Neckargemünd. Um 1847 konservativer "Gesinnungswandel" -- Imbarock 21:36, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Albert Grimm, ja! Speyerer muss ich auch nochmal kucken, glaube Bürgermeister?? Wo genau in Freiburg? Aushilfsweise und nicht festangestellt für ein paar Wochen am Gymnasium, aber das ist ungedruckt und kann hier nicht in den Text. Er hoffte dann auf eine freigewordene Stelle, woraus auch nix wurde, also ab nach Paris, da suchten die Emigranten aus ganz Europa nach Sprachlehrern - hat sich quasi selbständig gemacht! Angabe List bezieht sich auf verlegte Briefe und gedruckte Dokumente - wo hab' ich die denn? Muss jetzt meiner Tagesarbeit nachgehen, kann schon dauern ... Gruß, -- Imbarock 10:02, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Was heißt im Zusammenhang mit dem Gymnasium "ungedruckt"? --Flominator 10:11, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Gut, vielleicht ja doch, aber ich habe mich bislang gescheut, aus folgendem Grund: In 2004 erschien im "Kaspar Hauser Verlag" in Offenbach, im DIN-A 4 Format geheftet, eine transkribierte Version der, betitelt, "Einige Beiträge zur Geschichte zu Kaspar Hauser. Von Joseph Heinrich Garnier (1834)". Die ließ ich mir kommen und stellte fest, da steht doch noch mehr drin, ohne Inhaltsangabe, Erklärung, Hinweis oder ... ein gewissermaßen "kryptischer" Text, nicht recht zu greifen, permanent mit Auslassungen, Falschschreibungen etc. wie mit Aussatz behaftet, und merkwürdige Angaben, wie "Freiburg am Weihnachtstage 1851". Ein Vergleich mit Antonius van der Lindes Angaben ergab, das ist die im Karlsruher Landesarchiv ruhende Rechtfertigungsschrift Garniers, die Linde nachweislich im Original eingesehen hatte. Hier aber lag sie in grauenhaft dilettantisch transkribierter Fassung vor, kaum zwei Zeilen unfallfrei zu lesen! Und das alles ohne jeden Hinweis seitens des Herausgeberverlags. Das ist nicht zuletzt, vermute ich, ein Verstoß gegen Urheberrechte etc., denn da war jemand im Archiv, stoppelte sich aus den Handschriften einen Text zusammen, verlegt ihn (in einem Heft versteckt) und gibt keinerlei Quelle, Referenz, Verwahrungsort etc. an? Natürlich ist der Text und die vielen Namen bei Kenntnis um Garniers Kontakte und Werdegang halbwegs zu rekonstruieren, aber für WP zitierbar? Die Passage, die Dich interessiert, ist sogar lesbar. Ich zitiere einfach mal:
  • "Im Jahre 1821 auf 1822 machte ich in Rastatt mein Staatsexamen als Lehramtskandidat, und wurde auch als solcher aufgenommen, aber jede Anstellung im Staatsdienst wurde mir verweigert bis zum Jahre 1828 (Ende) als ich nach Paris ging. Es war dies kein zufall... [geht jetzt um Engesser, ist ja bekannt] ...nahm eine Hofmeisterstelle am Keinzigerthale? An, wo ich wieder ein ganzes Jahr verweilte. Von dort aus, da sich einige Aussicht für mich erwies in Freiburg, siedelte ich dahin über und bewarb mich um die Lehrstelle für englisch und italienisch. Allein nicht einmal diese wurde mir ganz und die Besoldung von 200 Gl mußte ich noch mit dem Studenten theilen, welcher englischen Unterricht gab. So wurde am hießigen Gymnasium der jetzige deutsche Katholik ... (fehlt) und auf Einladung des Prefekten Schmeißer versah ich dessen Stelle und Schule, während 4 Monaten, glaube ich. Beim Gymnasium selbst waren auch 300 Gl ausgeworfen für französischen unterricht, den ein Franzose gab, der auch bei der Universität französisch lehrte. Dieser starb und ich hatte Zusicherung ministerialseits, daß mir seine Stelle werden würde weiter dazu beitragen könnt. Um mich im französischen zu vervollkommnen, da ich gelehrt haben mußte, entschloß ich mich nach Paris zu gehen [...] Die vier Monate oder gar fünf am Gymnasium hatte ich zur Zufriedenheit der Professoren und mit Fleiß vollbracht und sie empfahlen mich dafür einstimmig dem Ministerium, [...] schickte mir für meine Mühe eine so ärmliche Bezahlung [...] daß ich dies abermals Engesser zu verdanken hatte. Engesser hatte in der Sitzung meinen höheren Antrag schon heruntergesetzt trotz einiger Einwände. Unter solchen Eindrücken trat ich meine Reise nach Paris an."
Das also zur Freiburger Lehrertätigkeit. Wenn Du diese Angaben für den Text benutzen willst? Ich lieber nicht, soll so genügen. Aber soviel wird deutlich, Garniers "Todfeind", ob tatsächlich oder aufgebaut, war Engesser; "Rache", am ganzen badischen Staatsapparat, ein durchaus für die Hauser-Broschüre anzuwendender Begriff und letztlich ging es immer um Geld!!! Auch Seybold wollte ob seines "romantischen" Hauser-Buches in erster Linie schnelle Kasse machen. -- Imbarock 11:29, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Auch wenn das alles schlecht recherchiert wurde, sollte das doch für eine minimale Anmerkung im Berthold-Gymnasium reichen, oder? --Flominator 13:15, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Also ich hab nun wirklich gar nichts dagegen und mache auf externe Fokalisierung, Grüße, -- Imbarock 15:46, 15. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Hallo Flominator, Randnotiz, für einen Freiburger viell. von Interesse. Mit dem Satz so wurde am hießigen Gymnasium der jetzige deutsche Katholik... bezieht sich auf Deutschkatholizismus. Garnier scheint mit der Bewegung nichts zu tun gehabt zu haben, aber er war, noch nicht erwähnt, katholisch getauft (lt. Heidelberger Matrikel). -- Imbarock 19:58, 25. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Das ist gut. Bitte einbauen :) --Flominator 20:35, 25. Mai 2010 (CEST)Beantworten
BK: Hatte gerade noch spekuliert, wer's gewesen sein könnte, dann aber vor zwei Min. gefunden [2], dann bitte Seite 210. Der Deutschkatholik muss der (1827/28) etwa gleichaltrige Josef Dominik Karl Brugger (1796 - 1865) gewesen sein! Hatte ich schon vorher in Verdacht (um 1850 Deutschkatholik in Heidelberg). Das ist aber fürs Berthold Gymnasium, wenn Du dort irgendwann was einsetzen willst, weniger für Garnier. Kurz dachte ich auch an Joseph Fickler, aber der wäre zu jung gewesen. -- Imbarock 20:51, 25. Mai 2010 (CEST)Beantworten
Hab inzwischen den Artikel über Brugger aus den Badischen Biografien. Falls du ihn haben möchtest, schick mir ne Mail. Gruß, --Flominator 12:00, 20. Jun. 2010 (CEST)Beantworten
Zumindest als Referenz hab ich ihn auch gleich im Berthold-Gymnasium eingebaut. --Flominator 09:14, 16. Dez. 2010 (CET)Beantworten

Nachlaß Georg Fein

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Dieter Lent (S. 311) reicht, offenbar hastig, nach, "Tod Garniers: Nr.84 Bl.240" Also, Wanderer kommst Du nach Wolfenbüttel... Warnung übrigens vor Karl Glossy, Literarische Geheimberichte aus dem Vormärz - Wien : Konegen, 1912. Er neigt zu Übertreibungen, von Hermann Pies (1973, siehe Kaspar- Hauser-Artikel, Literatur) übernommen, von dort in die jüngste Hauser-Literatur eingegangen. -- Imbarock 20:29, 13. Mai 2010 (CEST)Beantworten