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Friedrich Spengelin

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Rathaus Helgoland (1957–60)
NDR-Gebäude Hamburg-Lokstedt (1964–1967)
Dreifaltigkeitskirche Hamburg-Harburg (1965)
Architekturgebäude, Universität Hannover (1965)
Kreishaus Rotenburg (1968)
Haus der Kirche, Hamburg-Altstadt (1971–1974)
Wohnanlage Großer Kurfürst, Gartenstadt Vahr in Bremen (1969–1972)
Kunsthalle Emden (1983–1986, 1997–2000)

Friedrich Spengelin (* 29. März 1925 in Kempten (Allgäu); † 30. April 2016[1]) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

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Nach dem Abitur in Kempten studierte Spengelin von 1943 bis 1948 an der Technischen Hochschule München Architektur. Als seine wichtigsten Lehrer benannte er Martin Elsaesser, Hans Döllgast und Robert Vorhoelzer.[2] 1948 erwarb er sein Diplom; danach war er bis 1950 Mitarbeiter im Büro von Konstanty Gutschow in Hamburg. Er heiratete 1951 die Architektin Ingeborg Petzet; seitdem führten beide ein gemeinsames Büro in Hamburg und ab 1975 auch in Hannover. Von 1972 bis Ende 2010 war Spengelin in der Planungsgemeinschaft Spengelin, Gerlach und Partner (sgp) in Meckenheim und Bonn als Nachfolgebüro des Büros Spengelin tätig. Sein letztes wichtiges Werk dort war die neue Kapelle am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd mit sgp Hachtel Bauer Architekten BDA. Seit 2011 war seine Mitarbeit auf eine beratende Funktion beschränkt. Beginnend mit dem Ersten Preis im Wettbewerb Hauptstadt Berlin 1958 (mit Fritz Eggeling und Gerd Pempelfort) errang das Büro über 80 Preise und Ankäufe.

1961 wurde Spengelin als ordentlicher Professor an den Lehrstuhl für Entwerfen an der Technischen Hochschule Hannover berufen. 1966 wechselte er als Nachfolger von Wilhelm Wortmann auf den Lehrstuhl für Städtebau, Wohnungswesen und Landesplanung, den er bis 1993 innehatte. Von 1989 bis 1997 war er Direktor der Abteilung Baukunst der Akademie der Künste in Berlin. Friedrich Spengelin war seit 1966 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Das Büro Spengelin hat in vielen deutschen Städten Stadtplanungen erarbeitet, so in Bonn, Bremen, Celle, Düsseldorf, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Hameln, Kempten, Magdeburg, Meckenheim, Münster, Osnabrück, Trier, Ulm, Vorsfelde und Wuppertal. Auch oblag ihm – gemeinsam mit Erich Kühn und Jürgen Gerlach – die städtebauliche Gesamtplanung der bis 1969 selbständigen Stadt Merl. Weiterhin erstellte es Strukturplanungen für den Ausbau der Universitäten Bonn, Hannover, Münster, Osnabrück und Trier. Wohnhäuser und Wohnquartiere entstanden unter anderem in Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Helgoland, Meckenheim, Wilhelmshaven und Wolfsburg. Von Spengelin gibt es zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Stadtplanung, Stadtgestaltung und Wohnungsbau.

Spengelins Planungen sind nicht nur auf Zustimmung gestoßen. An der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Bonn gibt es seit den 1970er Jahren Kritik. Der Bonner Kunsthistoriker Heinrich Lützeler veröffentlichte im Bonner General-Anzeiger einen kritischen Diskussionsbeitrag. Im Volksmund hält sich der Begriff »Spengelin-Gässchen« für die als zu eng empfundene Straße »Am Hauptbahnhof«, welche vor der Umgestaltung breiter angelegt war. Neuerdings wurden einige von Spengelins Bauten – so etwa die Baugewerkschule Eckernförde oder das Haus der Kirche – zwar unter Denkmalschutz gestellt, aber gleichwohl abgerissen.

Mitgliedschaften

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Ehrungen und Auszeichnungen

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  • Baupläne zum Wiederaufbau von Helgoland befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (AAI) in Schleswig.
  • Ingeborg Spengelin zum 90.[62]
  • Nachruf Friedrich Spengelin[63]
  • Stiftung Nordseemuseum Helgoland (Hrsg.), Ulrich Höhns, Niels Gutschow: Eine Insel im Aufbruch. Helgoland 1952–62. Niederelbe-Verlag, Otterndorf 1990.
  • Ulrich Höhns: Ausgezeichnete Architektur. Fritz-Schumacher-Preis 1950–2000 und Heinrich-Tessenow-Medaille 1963-2000. Christians Verlag, Hamburg 2000.
  • Bauwelt. 48. Jahrgang 1957, Heft 9 / 60. Jahrgang 1969, Heft 23 / 83. Jahrgang 1992, Heft 25.
  • Michael Jung: Eine neue Zeit. Ein neuer Geist? Eine Untersuchung über die NS-Belastung der nach 1945 an der Technischen Hochschule Hannover tätigen Professoren unter besonderer Berücksichtigung der Rektoren und Senatsmitglieder. Hrsg. v. Präsidium der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Michael Imhof Verlag, Petersberg 2020, ISBN 978-3-7319-1082-4 (vollständig als PDF-Dokument), S. 190.
Commons: Friedrich Spengelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Traueranzeige Friedrich Spengelin, Neue Presse (Hannover), 10. Mai 2016.
  2. a b Nachruf des DAB
  3. a b Architekturpreis des BDA Niedersachsen, in: Bulletin, Bund Deutscher Architekten BDA in Niedersachsen e. V., Heft 3, Oktober 1976, unpag. (S. 5)
  4. Lindau, Friedrich: Planen und Bauen der fünfziger Jahre in Hannover. Schlütersche, Hannover 1998, (S. 40)
  5. Neue Heimat Magazin, Heft 8, 9, 1956, (S. 34)
  6. a b c d e f g h i j k l m n Bürochronik zum 30-jährigen Jubiläum 1982
  7. a b c d e f Recherche Jan Lubitz Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
  8. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Nachhaltige Denkmalpflege, in: Impulsprojekte Themenkreis 1: Wohnen & Städtebau Bd. 3, 2011 (S. 142-145) Gebäude keiner Adresse zuordenbar. Karte zeigt Gesamtheit aller Gebäude auf Helgoland der Architekten Spengelin
  9. Lubitz, Jan: …in die Jahre gekommen, Helgoland, in: Deutsche Bauzeitung, 02. September 2019.
  10. Wohnquartier Denickestraße in: Baumeister Heft 59 (3), 1962, (S. 212–215)
  11. Neue Heimat Magazin, Heft 2, 1958, (S. 1ff)
  12. Eine Großstadt als Trabant. Pressefahrt zum Thema städtebauliche Entwicklung von Harburg, in: Neue Heimat Magazin, Heft 11, 1969, (S. 58f)
  13. Architektur Bildarchiv, Thomas Robbin.
  14. Ein Jubiläum, das nicht gefeiert wird, in: Eckernförder Zeitung, 26. Oktober 2018.
  15. Kühl, Gernot: Der alte Campus fällt. Neues Wohnen auf dem FH Gelände, in: Eckernförder Zeitung, 12. November 2014.
  16. Stadt Eckernförde: Verdachtsgebiet L, Bereich Kakabellenweg, Lorenz-von-Stein-Ring und Stollbergring, Eckernförde 2014, S.14.
  17. Berkemann, Karin: invisibilis: Der Kirchenwiederfinder, in: moderneREGIONAL, 2017
  18. zum Wohnquartier Glinder Au, in: Baumeister, Heft 59 (3), 1962, (S. 216–218)
  19. Category: Schule an der Glinder Au, Wikimedia Commons
  20. Denkmalliste Eimsbüttel, Hamburg
  21. Neumann, Heinz / Heun, Dieter: Burgdorf in der Nachkriegszeit und in der Zeit des Wirtschaftswunders. 1945 bis 1965, Zeitgeschichtliche Hefte der Stadt Burgdorf, Heft 3, Burgdorf 2008 (S. 180)
  22. Universität Hannover
  23. Denkmaleintrag Fabrikgebäude J. C. König & Eberhardt.
  24. UC.: Gliederung durch Wohnungsgruppen, in: Bauwelt 61 (1970) 1–2, S. 21–25
  25. a b c Peters, Paulhans: Gut gemischt. Wohnbaumodell Spengelin in der Entwicklung seit 30 Jahren, in: Deutsche Bauzeitung, Heft 128 (7), 1994 (S. 100–105)
  26. Terrassenhäuser Holsteiner Chaussee wiedergesehen von Gert Kahler, in: Architektur in Hamburg. Jahrbuch 1993
  27. Fernkältewerk, City Nord, 2021
  28. Leonardo Hotel Nord, City Nord, 2021
  29. Bartetzko, Daniel/Berkemann, Karin: Denkmalpflegerkirche Hamburg, in: moderneREGIONAL, 27. Juni 2016.
  30. Haus der Kirche, Denkmalverein Hamburg, 2017
  31. Berkemann Karin: Ein Appell für die Hochhauskapelle, in: moderneREGIONAL, 07. November 2016
  32. Ingeborg und Friedrich Spengelin: Großer Kurfürst, in: neue heimat. monatshefte für neuzeitlichen wohnungsbau (1969) 5, S. 7–17.
  33. Friedrich-Spengelin-Archiv, AdK Berlin (https://archiv.adk.de/objekt/2957258)
  34. Lessing: Großer Kurfürst mit Sonderräumen für Partys, in: Weser Kurier, Ausgabe vom 22. Februar 1969
  35. Albers, Gerd (Hg), Spengelin Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz Verlag, Hannover 1983, (S. 167)
  36. Kirchhoff, Jutta, Jacobs, Bernd: Endbericht. Nachuntersuchung zum Demonstrativbauvorhaben Hamburg-Steilshoop, Kritische Würdigung des Siedlungsprojekts mit seinen sozialen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Aspekten, Hamburg 1985, (S. 49)
  37. https://www.saga.hamburg/das-unternehmen/uber-uns/gestern-heute-morgen/3b3---90-jahre-saga-gwg.pdf Großstrukturen und Verdichtung. Die Entwicklung der SAGA nach 1960, in: Verantwortung für Hamburg. 90 Jahre SAGA GWG, SAGA GWG Unternehmenskommunikation, Hamburg 2012, (S. 48)
  38. Das Zentrum: City Nord Mitte, 2021
  39. Brutalismus in Gefahr: Postamt 60, Denkmalverein Hamburg
  40. ERGO, City Nord, 2021
  41. Zwischen Nierentisch und Postmoderne. Nachkriegsarchitektur-Ausstellung in Hannover, Baunetz, 30. April 2010
  42. Schwarzenbek- eine Chronik, von 1950-2014, 2014, S.19-20.
  43. Lubitz, Jan: Spengelin, Friedrich, in: Allgemeines Künstlerlexikon online Database, de Gruyter, 2021
  44. Crossmedialer Neubau für NDR in Lokstedt vorgestellt, NDR, 10. Februar 2020
  45. Chronik der Stadt Gelsenkirchen 1975, (S. 50)
  46. Switala, Bruno: Altstadtsanierung. zum Beispiel Osnabrück, in: Die Alte Stadt, Band 3, Verlag Kohlhammer, Berlin 1980, (S. 311)
  47. Bauforschung Einfamilienhäuser in verdichteter Bauweise. Vergleichende Untersuchung überstädtebauliche und gebäudetypologische Möglichkeiten und deren Einfluss auf Nutzung und Wohnwert, Fraunhofer IRB Verlag, Dezember 1980(S. 102-112)
  48. Akalim, Cem: Bahnhofsvorplatz Bonn. Südüberbauung wird im Januar 2017 abgerissen, in: General-Anzeiger, 2016
  49. Busse, Ulf-Peter: Denkmalschutz für das Haus im Park? in: Bergedorfer Zeitung, 27. April 2017
  50. Albers, Gerd, Spengelin Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz verlag, Hannover 1983, (S. 178)
  51. Albers, Gerd (Hg), Spengelin, Friedrich in: Grundriss der Stadtplanung. Vincentz Verlag, Hannover 1983 (S. 179)
  52. Amtage, Hans Jürgen:Domschatzkammer Minden erhält neue Gestalt, in: Dombau Verein Minden, 13. Januar 2016
  53. Ehemaliges Warenhaus Karstadt (Hertie), Architektur Bildarchiv
  54. Detmold. 3.5 Ehemaliger Hertie großflächiger Einzelhandel, in: Junker Rolf: Neueröffnung nach Umbau. Konzepte zum Umbau von Warenhäusern und Einkaufs centern, StadtBauKulturNRW, Gelsenkirchen 2020, (S. 31)
  55. Muschler, Sabine / Wegerich Anja, Architektur und Kunst. Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Bonn 2016, S. 3.
  56. Schacht, Daniel Alexander, Ausstellung würdigt Ingeborg und Friedrich Spengelin. Rückhalt bei Gropius und Aalto, in: Hannoversche Allgemeine, 03. Juni 2018.
  57. Akademie der Künste Werkeliste Spengelin
  58. Henke, Frank: Großpraxis zieht ins Bankgebäude, in: GEWEZET, 03. Juni 2014
  59. Bebauungsplan Nr. 2/94, Stadt Wesenberg, 1996
  60. Eröffnung des Erweiterungsbau des Hotel Amsee, in: Warener Wochenblatt, 10. September 2011
  61. Baumeister, Heft 7, 1969, (S. 882f.)
  62. Volker Roscher: Ingeborg Spengelin zum 90., in: der architekt 2 (2013)(http://www.hamburgerpersoenlichkeiten.de/hamburgerpersoenlichkeiten/member_file_uploads/helper.asp?id=3094)
  63. Gerd Kähler: Friedrich Spengelin 1925–2016, in: DABregional 7 (2016)(http://www.hamburgerpersoenlichkeiten.de/hamburgerpersoenlichkeiten/member_file_uploads/helper.asp?id=3102)