Jens Binner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jens Binner, 2022

Jens Binner (geboren 1965[1] in Hannover)[2] ist ein deutscher Historiker. Als Direktor leitet er das Team Erinnerungskultur der Stadt Hannover sowie das ZeitZentrum Zivilcourage als Lernort zur hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus.[1]

Binner studierte von 1994 bis 2000[3] das Fach Geschichte mit den Nebenfächern Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universität Hannover.[1] Parallel dazu wirkte er von 1999 bis 2007 als Mitarbeiter des Stadtarchivs Peine, bis er 2007 an der Philosophischen Fakultät der Universität Hannover[3] mit der Dissertation „Ostarbeiter“ und Deutsche im Zweiten Weltkrieg. Prägungsfaktoren eines selektiven Deutschlandbildes[4] promovierte.[5]

2007 bis 2010 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ der Stiftungen Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie von 2010 bis 2012 im Projekt „Neue Dauerausstellung“ der Stiftung Lager Sandbostel. Ab Januar 2013 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ausstellungsprojekt „Geschichte des KZ Buchenwald“ der Gedenkstätte Buchenwald.[3] Ab 2015 wirkte er als persönlicher Referent des Geschäftsführers der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und leitete die dortige Abteilung für Kommunikation und Veranstaltungen.[1]

Zudem wirkte Binner am Lehrstuhl für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit der Universität Jena.[3]

Nach einer bundesweiten Ausschreibung[2] trat Binner die Nachfolge von Karljosef Kreter, dem langjährigen Leiter der Städtischen Erinnerungskultur Hannovers, an: Am 1. Juni 2021 übernahm er als Direktor die Leitung des ZeitZentrum Zivilcourage. Lernort zur hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus.[1] In seiner Funktion im Team Erinnerungskultur der niedersächsischen Landeshauptstadt ist Binner damit gleichzeitig zuständig für die Organisation entsprechender Gedenkveranstaltungen und Stolpersteinverlegungen.[2] Zudem gibt er gemeinsam mit Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies und Edel Sheridan-Quantz im Auftrag der niedersächsischen Landeshauptstadt die Schriftenreihe Kleine Schriften zur Erinnerung heraus.[6]

Binner ist 2. Vorsitzender des Kreisheimatbundes Peine und publiziert unter anderem in Kooperation mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten über die Novemberpogrome 1938 auf der Seite pogrome1938-niedersachsen.de.[7]

Schriften (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Jens Billder (Hrsg.): „... und trug das Zeichen OST.“ Zwangsarbeit in Stadt und Landkreis Peine (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Peine, Bd. 4), Peine: Kreisheimatbund, 2002, ISBN 978-3-9805245-2-0 und ISBN 3-9805245-2-3
  • Ein Spaziergang durch das jüdische Peine, Führer, hrsg. vom Peiner Bündnis für Zivilcourage und Toleranz, Peine: Peiner Bündnis für Zivilcourage und Toleranz, 2003
  • Georg Bösche (Verf.), Jens Binner (Einl., Kom.): „... bis wir den Sieg errungen haben.“ Die Dungelbecker Kriegschronik 1939–1945 (= Quelleneditionen aus dem Stadtarchiv, Bd. 1), Peine: Stadtarchiv Peine, 2005; Inhaltsverzeichnis
  • Die deutsche Historiographie und die Darstellung des Zwangsarbeitereinsatzes im Nationalsozialismus, 2005
  • Jens Binner, Ralf Holländer (Red.): Peiner Persönlichkeiten, Bd. 2: Altmann, Sanders, v. Saldern (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Peine, Bd. 5), Peine: Kreisheimatbund, 2006, ISBN 978-3-9805245-3-7 und ISBN 3-9805245-3-1
  • Jens Binner (Einl., Komm.): Besprechungen beim Kreis-Residenz-Offizier 1947. Wohnungsnot, Barackenlager, Brennstoffmangel, Torfaktion, Schwarzmarkt, Interzonenpässe, Flüchtlinge ... (= Quelleneditionen aus dem Stadtarchiv, Bd. 2), Peine: Stadtarchiv Peine, 2007; Inhaltsverzeichnis
  • „Ostarbeiter“ und Deutsche im Zweiten Weltkrieg. Prägungsfaktoren eines selektiven Deutschlandbildes (= Forum Deutsche Geschichte, Bd. 18), zugleich Dissertation 2007 an der Universität Hannover, München: Martin Meidenbauer, 2008, ISBN 978-3-89975-686-9; Inhaltsverzeichnis und Inhaltstext
  • Jens Binner (Red.): Opfer des Hasses. Der Holocaust in der UdSSR 1941–1945. Il'ja Al'tman (= Zur Kritik der Geschichtsschreibung, Bd. 11), mit einem Vorwort von Hans-Heinrich Nolte, aus dem Russischen von Ellen Greifer, Gleichen: Muster-Schmidt, 2008, ISBN 978-3-7881-2032-0
  • Jens Binner (Hrsg.): Die jüdische Gemeinde in Peine vom Mittelalter bis 1942 (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Peine, Bd. 6), Peine: Kreisheimatbund Peine e.V., [2009], ISBN 978-3-9805245-6-8 und ISBN 3-9805245-6-6; Inhaltsverzeichnis
  • Volkhard Knigge (Hrsg.), Jens Binner et al.: Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg, Begleitband zur gleichnamigen, Internationalen Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Weimar: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, 2010, ISBN 978-3-935598-17-0 und ISBN 3-935598-17-3; Inhaltsverzeichnis
    • englische Sprachausgabe: Forced labor. The Germans, the forced laborers, and the war. Companion volume to the exhibition, Weimar: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, 2010, ISBN 978-3-935598-18-7
    • polnische Parallelausgabe: Praca przymusowa, Niemcy, robotnicy przymusowi i wojna. Katalog towarzyszący wystawie. Wystawa Fundacji Miejsc Pamięci Buchenwald i Mittelbau-Dora ..., Mie̜dzynarodowa Wystawa Objazdowa Praca Przymusowa. Niemcy, Robotnicy Przymusowi i Wojna, Weimar: Fundacji Miejsc Pamięci Buchenwald i Mittelbau-Dora, 2013, ISBN 978-3-935598-22-4; Inhaltsverzeichnis
  • Peine zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Vortrag am 9. September im Kreismuseum Peine, Hrsg.: Landkreis Peine, Peine: Landkreis, 2014, ISBN 978-3-930462-23-0
  • Jens-Christian Wagner (Hrsg.), Jens Binner et al.: Nucená práce. Němci, nuceně nasazení a válka. Katalog mezinárodní putovní výstavy / vydali z pověření Nadace památníků Buchenwald a Mittelbau Dora Volkhard Knigge ..., Praha: Nakl. Lidové Noviny, 2014, ISBN 978-80-7422-347-1; Inhaltsverzeichnis
  • Andreas Ehresmann (Hrsg.), Jens Binner et al.: Das Stalag X B Sandbostel. Geschichte und Nachgeschichte eines Kriegsgefangenenlagers. Katalog der Daueraustellung, München; Hamburg: Dölling und Galitz, 2015, ISBN 978-3-86218-074-5; Inhaltsverzeichnis und Inhaltstext
  • Ralf Holländer, Jens Binner (Red.): Alrum Throne. Beiträge zur Wüstungsforschung im Landkreis Peine (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Peine. Band 7). Kreisheimatbund Peine e.V., Peine 2016, ISBN 978-3-9805245-7-4 (formal falsch). Korrekte ISBN 978-3-9805245-7-5.
  • Hans-Heinrich Nolte, Rolf Wernstedt (Hrsg.), Jens Binner (Red.): Russlandbilder – Deutschlandbilder (= Zur Kritik der Geschichtsschreibung, Band 15), Gleichen; Zürich: Muster-Schmidt Verlag, 2018, ISBN 978-3-7881-2036-8 und ISBN 3-7881-2036-3; Inhaltsverzeichnis
Commons: Jens Binner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b c d e o. V.: Personalie / Neuer Direktor für das ZeitZentrum Zivilcourage auf der Seite hannover.de in der Version vom 4. Juni 2021, zuletzt abgerufen am 2. März 2023
  2. a b c Maximilian Hett: NS-Lernort / Jens Binner wird neuer Direktor des Zeitzentrums Zivilcourage, Artikel auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 31. Mai 2021, zuletzt abgerufen am 2. März 2023
  3. a b c d Dr. Jens Binner auf der Seite der Universität Jena [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 2. März 2023
  4. Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  5. "Ostarbeiter" ... auf der Seite bookdepository.com [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 2. März 2023
  6. Kleine Schriften zur Erinnerung auf der Seite des Wehrhahn Verlags
  7. Jens Binner: Novemberpogrome 1938 in Niedersachsen / Peine auf der Seite pogrome1938-niedersachsen.de [ohne Datum, 2018?], zuletzt abgerufen am 2. März 2023