Ostiem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ostiem
Stadt Schortens
Koordinaten: 53° 32′ N, 7° 58′ OKoordinaten: 53° 32′ 6″ N, 7° 58′ 14″ O
Einwohner: 1570 (31. Dez. 2022)[1]
Postleitzahl: 26419
Vorwahl: 04461

Ostiem ist ein Stadtteil von Schortens im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Ostiem bildet zusammen mit Heidmühle, Schortens und Oestringfelde den Ortskern der Stadt mit circa 13.000 Einwohnern.

Ostiem liegt im Jeverland auf der ostfriesischen Halbinsel, am Rand der Marsch. Zahlreiche Dörfer, etwa die heutigen Stadtteile Accum und Schoost liegen auf in die Marsch hereinragenden Geestzungen, zwischen denen es früher ausgedehnte Moor- und Heidegebiete gab.

Erste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück. Damals gab es Schortens als Einheit noch nicht, sondern an seiner Stelle lagen verschiedene Bauerschaften und kleinere Dörfer. Die Verwaltungseinheiten waren die Kirchspiele, deren Grenzen im Wesentlichen durch die geographischen Gegebenheiten (beispielsweise Flüsse und andere Hindernisse) abgesteckt waren. Nach dem Bau der St.-Stephanus-Kirche und einer damit verbundenen Neueinteilung der Kirchspiele entwickelte sich der heutige Ortskern zum geistigen Zentrum des näheren Umkreises, wozu auch das nahe gelegene Kloster Oestringfelde beitrug, das im Mittelalter in der ganzen Region bekannt war.

Ostiem bestand früher aus den beiden Dörfern (Groß-)Ostiem und Klein-Ostiem. (Groß-)Ostiem war ein Bauerndorf auf dem Rand des oldenburgisch-ostfriesischen Geestrückens und wurde erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt. Klein-Ostiem bestand 1587 aus sieben weiteren Höfen und lag etwas weiter südlich. Heute sind die beiden Dörfer zusammengewachsen und Teil des Ortskerns.

Am 6. Dezember 2011 wurde der Stadt für die Ortsteile Schortens, Heidmühle, Ostiem, Oestringfelde und Grafschaft offiziell das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im zweiten Halbjahr 2012 wurde westlich von Ostiem ein neuer Verkehrskreisel als Zubringer zur neuen Bundesstraße 210 gebaut. Es ist die einzige Schortenser Anbindung an die neue Bundesstraße. Die alte Bundesstraße 210, die bisher direkt durch den Ortsteil führte, wurde abgebunden und führt nun als Kreisstraße nach Sande. Ostiem erhält durch diese Maßnahme seinen dörflichen Charakter zurück.[3]

Im Ortsteil Ostiem befindet sich eines der Gewerbegebiete von Schortens. Das Gewerbegebiet Ostiem liegt entlang der alten Bundesstraße 210 und besitzt eine Gesamtgröße von rund 20 Hektar. Hier befindet sich der Hauptsitz des deutschen Logistikunternehmens Nordfrost. Haupttätigkeitsbereich der Firma ist die Tiefkühllogistik mit Transport, Lagerung, Im-/Export, Distribution und Fleischbearbeitung.

  • Werner Brune (Hrsg.): Wilhelmshavener Heimatlexikon. 3 Bände. Brune Druck- und Verlagsgesellschaft, Wilhelmshaven 1986
  • Heimatverein Schortens (Hrsg.): 75 Jahre Heimatverein Schortens – Heimatbuch und Festschrift. 1. Aufl. Heiber Druck & Verlag, Schortens 2004, ISBN 3-936691-22-3
  • Ingeborg Nöldeke, Almut Salomon, Antje Sander: Schortens. Heimatgeschichtliches vom Mittelalter bis zur Neuzeit. NORA Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide OHG, Berlin 2006, ISBN 3-86557-097-6

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Schortens in Zahlen. Abgerufen am 10. April 2022.
  2. Urkunde „Staatlich anerkannter Erholungsort“ Schortens (Memento vom 15. April 2014 im Internet Archive) (PDF; 44 kB), abgerufen am 4. September 2024.
  3. Alte B 210 bei Schortens wird für Kreisel-Bau gesperrt, abgerufen am 29. Dezember 2012