U 4710

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
U 4710
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ: Typ XXIII
Feldpostnummer: 52 881
Werft: Germaniawerft, Kiel
Bauauftrag: 7. Juli 1944
Baunummer: 952
Kiellegung: Dezember 1944
Stapellauf: 14. April 1945
Indienststellung: 1. Mai 1945
Kommandanten:

Ludwig von Friedeburg

Flottillen:

1. bis 5. Mai 1945
Ausbildungsboot 5. U-Flottille

Einsätze: keine
Versenkungen:

keine

Verbleib: am 5. Mai 1945 in der Geltinger Bucht selbstversenkt, gem. Regenbogen-Befehl

U 4710 war ein deutsches U-Boot vom Typ XXIII. Es wurde wenige Tage vor Kriegsende in Dienst gestellt und kam nicht mehr zum Einsatz. U 4710 war das letzte deutsche U-Boot, das im Zweiten Weltkrieg in Dienst gestellt wurde.

Die Germaniawerft in Kiel wurde bereits in den frühen 1930er Jahren durch die Reichsmarine mit dem Bau von U-Booten beauftragt, die unter Bruch der Vereinbarungen des Versailler Vertrages unter Geheimhaltung montiert wurden. Ab Kriegsbeginn wurden die Kieler Werft, neben dem Bau des meistgebauten U-Boot-Typs VII, auch mit Sonderanfertigungen beauftragt. Hier wurden auch die ersten U-Boot-Neuentwicklungen gefertigt, die auf dem Walter-Antrieb basierten, der von Hellmuth Walter auf der Germaniawerft entwickelt wurde. Im Jahr 1945 lieferte die Werft insgesamt 11 „Walter-Boote“ vom Typ XXIII an die Kriegsmarine aus.[1] Die kleineren Boote des Typ XXIII waren für den kurzfristigen küstennahen Einsatz konzipiert, verfügten über keinerlei Artilleriebewaffnung und führten lediglich zwei Torpedos mit sich.

Ende des Bootes

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kommandant des Bootes, Oberleutnant zur See Ludwig Ferdinand von Friedeburg, war der Sohn von Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, der am 4. Mai in Vertretung von Karl Dönitz die Teilkapitulation zur Vorbereitung der bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnete. Einen Tag später wurde U 4710 in der Geltinger Bucht nahe Flensburg von der Besatzung selbstversenkt.[2] Kommandant von Friedeburg befolgte hiermit den sogenannten Regenbogen-Befehl, der die Selbstversenkung anordnete und die Übergabe der U-Boote an alliierte Streitkräfte untersagte. Diese Anordnung war allerdings bereits am 4. Mai im Rahmen der Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande wieder zurückgenommen worden.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 193–209
  2. Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 2008, ISBN 978-3-8132-0514-5, S. 358.