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Die Weichen für eine Wikipedia der Zukunft stellen
ZUKUNFTSKONGRESS 2024 und mehr

Die Wikipedia steht vor großen Herausforderungen und Chancen. Diese wollen wir angehen und laden herzlich ein mitzugestalten!

Dazu hat am 7. bis 9. Juni 2024 der Wikipedia-Zukunftskongress 2024 stattgefunden. Zu den Ergebnissen und weiteren Ideen, wollen wir mit euch im Gespräch bleiben.


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Aufzeichnungen

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Du hast das Programm des Zukunftskongresses verpasst oder möchtest dir die Aufzeichnungen nochmal ansehen? Schau gerne rein! Alle Videos werden in Kürze auch auf Commons hochgeladen.

Wissen // Was braucht die Welt von uns?

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In einer Zeit, in der die Welt vor vielfältigen Herausforderungen steht, ist es entscheidend zu erkunden, welche Verantwortung wir als Individuen und Gesellschaften tragen. “Was braucht die Welt von uns?” ist keine bloße Frage nach Bedürfnissen, sondern ein Aufruf zur Reflexion über unsere Rolle im globalen Gefüge des Wissens, der Innovation und des sozialen Wandels. Durch eine Keynote und eine anschließende Podiumsdiskussion erforschen wir, wie wir Wissen suchen, aufnehmen und interpretieren, und wie die rasanten Fortschritte in der digitalen Welt unser Verständnis von Wissen beeinflussen. Dabei berücksichtigen wir auch die einzigartige Position von Wikipedia als eine der größten Wissensquellen der Menschheit. Wir wollen die Grundlagen dessen hinterfragen, was wir als Wissen betrachten, und gemeinsam zu erforschen, wie wir als globale Gemeinschaft unsere Verantwortung wahrnehmen können.

Keynote: Unordentliche Wissenspraktiken – Wie verändert sich der Umgang mit Wissen?

Unzuverlässige Plattformen und KI-Anwendungen werden zur Herausforderung für bestehende Wissensinstitutionen, da sie Falschinformationen verbreiten. Frisst die Wissensrevolution ihre Kinder? Oder lässt sich gerade jetzt das geltende Wissensverständnis neu denken? Die Keynote sucht nach produktiven Umgangsweisen mit unordentlichen Wissenspraktiken. Sie betont das Potenzial einer Neuorientierung in post-enzyklopädischen Wissenskulturen, in der das bestehende Wissensverständnis durch andere Wissensformen erweitert wird.


Podium: Informationen teilen, Wissen erschließen – welche Rolle spielt die Wikipedia?

Wie Menschen das Internet und digitale Anwendungen nutzen, um Informationen zu teilen und sich Wissen zu erschließen, verändert sich rasant. Auf das Wissen der Wikipedia greifen viele nicht länger nur direkt zu, sondern fragen die Sprachassistenz oder den Chat-Bot ihrer Wahl. Was bedeutet das für die Wikipedia? Wie bleiben ihre Inhalte noch relevant? Für wen sind sie überhaupt eine wichtige Informationsquelle und für wen nicht? In dieser Diskussionsrunde geht es sowohl um Fragen nach Zugänglichkeit, Barrieren und fehlenden Perspektiven auf Wikipedia, als auch um die Stärken dieser bewährten Form der Wissensproduktion.

Was nehmen wir mit aus der Keynote und dem Podium?

Der Umgang mit Wissen verändert sich durch mediale Bedingungen, gesellschaftliche Einflüsse und zunehmende Komplexität. Chris Tedjasukmana sprach über die Herausforderung, dass digitale Wissensproduktion zu einem Überfluss an Informationen führen kann, was produktive Umgangsweisen und politische Potenziale erfordert.

Er betonte, dass Enzyklopädien nie Anspruch auf Vollständigkeit hatten und durch post-enzyklopädische Wissenskulturen an Bedeutung verlieren. Wissen müsse diversifiziert und als Verstehen von Beziehungen und Vielfalt reflektiert werden. Neue Wissenspraktiken wurden diskutiert, wie kreative Wissensnavigationen und die Notwendigkeit vertrauenswürdiger Akteure, um die Unordentlichkeit des Wissens zu ordnen. Wikipedia müsse sich der post-enzyklopädischen Realität anpassen, indem sie ethische Potentiale anerkennt und eine offene, vielfältige Wissensbasis schafft.

Diskutiert wurde im anschließenden Panel darüber, ob Wissen besser in geschützten Räumen verhandelt wird. Wikipedia wird als wertvolle, aber auch kritische Wissensquelle betrachtet, die jedoch möglicherweise nicht alle marginalisierten Wissensformen gut abbildet. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob Wikipedia irgendwann an Bedeutung verliert, wenn ihr Ursprung auf anderen Plattformen nicht mehr klar erkennbar ist.

Die Teilnehmenden betonten die Notwendigkeit, Wissenskanons diverser und repräsentativer zu gestalten. Es wurde diskutiert, ob Wikipedia sich erweitern und bestimmte Wissensformen schützen sollte, um relevant zu bleiben.

Der Konsens war: Wikipedia muss mit Widersprüchlichkeiten leben und sich als dynamische, sich entwickelnde Plattform verstehen, um weiterhin einen wertvollen Beitrag zur Wissensgesellschaft zu leisten.

Technologie // Wie gestalten wir den technologischen Wandel?

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In einer Ära, die von einem beispiellosen Tempo technologischer Innovationen geprägt ist, stehen wir vor der zentralen Frage: Wie können wir diesen Wandel aktiv mitgestalten? Dieses Thema ist eine Einladung zur tiefen Reflexion über unsere Rolle als Gestalterinnen und Gestalter einer digitalen Zukunft, in der Technologie eine immer größere Bedeutung für die Art und Weise hat, wie wir Wissen erzeugen, teilen und nutzen. Die Keynote bietet einen faszinierenden Einblick in kommende Technologien, die die Landschaft der Wissensproduktion prägen werden, einschließlich ihrer Auswirkungen auf Plattformen wie Wikipedia. Im anschließenden Panel kommen Expertinnen und Experten zusammen, um die Herausforderungen und Chancen des technologischen Wandels zu diskutieren und Wege zu erörtern, wie wir diesen Wandel positiv gestalten können.

Keynote: Wandel durch KI?

KI wird von der Erzählung begleitet, dass sie unweigerlich unsere Gesellschaft verändert. Aber wie genau sieht dieser Wandel aus und wie sollte er aussehen? Wie können gemeinwohlorientierte Initiativen KI für sich nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Keynote und greift dabei auf Forschung über gemeinwohlorientierte KI Projekte zurück, schaut jedoch auch in die Zukunft von wünschenswerten Möglichkeiten der KI-Gestaltung.


Podium: Handschrift, Buchdruck, WWW – und was kommt dann?

Als die Wikipedia 2001 gegründet wurde, war das vor allem auch eine durch Technik unterstützte Revolution. Damit war eine völlig neue Art geboren, Wissen breitflächig zu verteilen! Die Wikipedia hatte das Lexikon schnell nicht nur ersetzt, sondern weitergedacht. Technologie entwickelte sich seitdem rasant weiter, die Wikipedia blieb – im Großen und Ganzen – gleich. Welche technologischen Entwicklungen lohnt es sich anzueignen? Wie kann digitale Wissensarbeit und -verbreitung von ihnen profitieren? Oder provokant gefragt: Wie können wir im Zeitalter von Smartphone, Social Media und KI dafür sorgen, dass der Wikipedia-Idee nicht dasselbe passiert wie dem Lexikon?


Was nehmen wir mit aus der Keynote und dem Podium?

Theresa Züger sprach über die vielfältigen Definitionen von Künstlicher Intelligenz (KI), die von maschinellem Lernen bis zu neuronalen Netzwerken reichen. Züger unterschied zwischen spezifischer KI, die neues Wissen generiert, und General-Purpose-KI, die bestehendes Wissen repliziert.

Sie betonte, dass KI-Systeme vorhandenes Wissen extrahieren und modellieren, um individuelle Kenntnisse zu erweitern, jedoch nicht das kollektive Wissen. Risiken der KI umfassen mangelnde Transparenz und den Umgang mit personenbezogenen Daten, während Erfolgsfaktoren finanzielle und strukturelle Ressourcen sowie das Potenzial als Wissensarchiv sind. Wikipedia bleibt ihrer Ansicht nach als partizipative Wissensplattform unverzichtbar, da KI diese Arbeit nicht ersetzen kann.

Das anschließende Panel diskutierte die Nutzung von Wikipedia als Datenbasis für KI. Wikipedia-Daten sind wertvoll und werden von großen Unternehmen oft ohne Gegenleistung genutzt. Durch zukunftsträchtige Projekte wie Wikidata kann Wikimedia strukturierte Daten bereitstellen und so die Entwicklung von KI-Systemen mitgestalten.

Ein zentrales Thema war die Vermeidung der Reproduktion von Vorurteilen durch KI. Wikipedia und KI spiegeln gesellschaftliche Prägungen wider, weshalb interdisziplinäre Teams nötig sind, um Bias frühzeitig zu erkennen. Fairness in KI ist komplex und erfordert menschliche Moderation.

In der Abschlussrunde wurde betont, dass KI-Systeme im Einklang mit den Werten der Wikipedia-Gemeinschaft genutzt werden sollten. Transparenz und Partizipation sind entscheidend, um den Bildungsauftrag zu erfüllen. Kompetenzaufbau und die Darstellung von Pluralismus im Wissen sind notwendig. Die Entwicklung kollaborativer Tools und die Offenheit für Innovation innerhalb der Community sind ebenso essentiell, um den technologischen Wandel aktiv zu gestalten.

Community // Wie verändert sich Community?

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Wikipedia gilt als eine der langlebigsten und bedeutendsten Online-Communities. In einer zunehmend vernetzten Welt gewinnt die Dynamik und Entwicklung von Communitys an immer größerer Bedeutung. Wir wollen in diesem Themenblock die Veränderungen und Herausforderungen besprechen, die die Online-Communitys im digitalen Zeitalter prägen. Die Keynote bietet einen Einblick in die Evolution von Online-Communitys und beleuchtet verschiedene Aspekte dieser dynamischen sozialen Strukturen. Im anschließenden Panel werfen wir einen Blick auf die Rolle von Wikipedia als Pionier und Plattform für kollaboratives Wissen. Expert*innen aus verschiedenen Communities werden einen Blick in die Zukunft der Community-Entwicklung werfen und Wege diskutieren, wie wir diese Veränderungen positiv gestalten können.


Keynote: Die nächste Community: Wie verändern wir digitale Teilhabe?

Wie kommen wir heute zusammen? In der fortschreitenden Digitalität wird die Luft um partizipative Räume dünner. Alle wollen Communities aufbauen: Plattformen, Creator*innen, Marken. Welche Lebenszyklen durchlaufen Online-Communities dabei? Wie agieren maturierte Communities innerhalb von Plattform-Architekturen? Und wie machen wir hier weiter? Die Keynote beschäftigt sich experimentell mit zeitgenössischen Formen digitaler Community-Arbeit.


Podium: Zwischen Tradition und Innovation – wie entwickelt sich die Wikipedia-Community

Wikipedia gilt als eine der langlebigsten und bedeutendsten Online-Communities. Seit ihrem Start im Jahr 2001 wurden in der deutschsprachigen Wikipedia mehr als 4 Millionen Benutzeraccounts erstellt. Beteiligt haben sich die Angemeldeten sehr unterschiedlich. Manche sind dabei geblieben, viele nicht. Ca. 6.000 Wikipedianer*innen editieren regelmäßig. Einige Gruppen sind bis heute in der Community unterrepräsentiert. Wohin entwickelt sich die Wikipedia-Community in der Zukunft? Welche Entwicklungszyklen, Muster und Trends lassen sich in anderen Online-Communities ausmachen? Mit verschiedenen Perspektiven auf dem Podium und Input aus dem Publikum soll es um die Frage gehen, welche Werte gestärkt werden können und wo es sich lohnt, ganz neue Strategien zu entwickeln.


Was nehmen wir mit aus der Keynote und dem Podium?

Auf dem Kongress wurde die Veränderung digitaler Teilhabe in der Community diskutiert. Daniel Sigge stellte fest, dass die deutschsprachige Wikipedia im Gegensatz zu anderen Sprachversionen einen fallenden Trend zeigt. Communitys sind essentiell für Bindung und Gemeinschaft, umfassen aktive und passive Mitglieder und benötigen spezifische Pflege.

Ein Hauptproblem der deutschsprachigen Wikipedia ist der Rückgang der Beteiligung. Die schnelle heutige Welt führt oft zu Rückzug, Burnout oder Verharren in alten Strukturen. Sigge betonte, dass Anpassung und Experimentieren wichtig sind.

Das Podium „Zwischen Tradition und Innovation“ hob hervor, dass Wissenslücken geschlossen und unterrepräsentierte Inhalte integriert werden müssen, um mehr Diversität und Wissensgerechtigkeit zu erreichen. Ehrenamtliches Engagement bleibt trotz anfänglicher Schwierigkeiten wichtig.

Die Wikipedia-Community reagiert auf die Gegenwart und vermeidet traditionelle Reflexe. Eine Herausforderung bleibt die oft abschreckende Haltung gegenüber neuen Mitgliedern. Wikipedia sollte benutzerfreundlicher werden, besonders im globalen Kontext, wo Zugang zum Internet und Bewusstsein über die Editierbarkeit zentrale Themen sind. Technische und kulturelle Verbesserungen könnten die Partizipation erleichtern.

Die Wahrnehmung von Wikipedia hat sich von einer „zu schreibenden“ zu einer „geschriebenen“ Enzyklopädie gewandelt. Eine Marketingkampagne mit aktiven Autor*innen und bessere Sichtbarkeit von Hilfeseiten könnten dies ändern. Die Community sollte mutiger Veränderungen annehmen. Die Entscheidungskultur ist komplex und sollte transparenter werden. Mehr Offenheit und die Stärkung von Sub-Communitys wurden als Lösungen vorgeschlagen.

Abschließend wurde betont, dass Diversität und neue Beitragsformen entscheidend sind und Partnerschaften mit anderen Institutionen helfen könnten, die nötigen Ressourcen bereitzustellen. Es wurde dazu aufgerufen, mehr WikiLove zu verbreiten und die Community aktiv zu unterstützen.

Eröffnung und Keynote von Richard Socher

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In der Eröffnungsveranstaltung des ersten Wikipedia-Zukunftskongresses ging es vor allem um eines: Um Visionen für die Wikipedia der Zukunft.

Neben der feierlichen Einführung durch die Moderation Jens Ohlig und Elisabeth Mandl zeigt die Aufzeichnung auch die Begrüßung der Initiator*innen Franziska Heine (Geschäftsführende Vorständin von Wikimedia Deutschland), Claudia Garád (Geschäftsführerin von Wikimedia Österreich) und Christian Humborg (Geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland) sowie die Keynote von Silicon-Valley-Visionär Richard Socher und die eingereichten Visionen zur Zukunft von Wikipedianer*innen und Menschen aus der Netzwelt.

Abschlussveranstaltung

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Welche Erkenntnisse haben die Teilnehmer*innen aus dem Kongress ziehen können? Du erfährst es in der Aufzeichnung unserer Abschlussveranstaltung!

Die Dokumentation der Ergebnisse im Detail findest du auf dieser Seite.