Darsekau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Darsekau
Stadt Salzwedel
Koordinaten: 52° 53′ N, 11° 1′ OKoordinaten: 52° 53′ 29″ N, 11° 0′ 41″ O
Höhe: 29 m
Fläche: 8,43 km²[1]
Einwohner: 69 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1938
Eingemeindet nach: Seebenau
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 039038
Darsekau (Sachsen-Anhalt)
Darsekau (Sachsen-Anhalt)

Lage von Darsekau in Sachsen-Anhalt

Darsekau gehört zur Ortschaft Seebenau und ist ein Ortsteil der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Darsekau, östlicher Teil, von Norden aus gesehen.
Darsekau, westlicher Teil, von Norden aus gesehen.

Das Dorf Darsekau, ein Straßendorf,[1] liegt im Norden der Altmark am Grenzgraben Seeben-bergen und der Salzwedeler Dumme, die beide hier die Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bilden. Im Osten liegt das Waldgebiet Seebenauer Holz.[3]

Mittelalter bis Neuzeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Darsekoww aufgeführt. Es war im Besitz der von Wustrow, die es an den Vasallen Jano weiterverlehnt hatten. Das Dorf hatte 7 Zinshufen (wovon eine wüst war) und einen Schulzen.[4] Weitere Nennungen sind 1433 darsekow, 1687 Darsekow.[1] und schließlich 1804 Darsekau.[5]

Darsekau war ursprünglich ein Rundplatzdorf, wie aus dem Urmesstischblatt aus dem Jahre 1823 hervorgeht. Nach einem Brand wurde Darsekau in Richtung Westen als Straßendorf erweitert.[1] Am südöstlichen Ortsausgang lag das Forsthaus Seeben, ab 1938 Forsthaus Seebenau genannt. Zur früheren Gemeinde gehörte der Bergener Steindamm, südlich der heutigen Bundesstraße 71 an der Grenze zu Niedersachsen gelegen, ein 1821 erbautes Nebenzollamt zweiter Klasse und Grenzposten des Hauptzollamtes Salzwedel.[6]

Eingemeindungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Stadtkanton Salzwedel auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.[1]

Am 1. April 1938 wurden die Gemeinden Darsekau und Seeben aus dem Landkreis Salzwedel zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Seebenau vereinigt.[7] Mit der Eingemeindung von Seebenau nach Salzwedel am 1. Januar 2010[8] kam der Ortsteil Darsekau zur Stadt Salzwedel und gleichzeitig zur neu entstandenen Ortschaft Seebenau.[9]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr Einwohner
1734 064
1774 067
1789 093
1798 085
1801 084
1818 117
1840 184
1864 208
1871 211
Jahr Einwohner
1885 214
1892 [0]211[6]
1895 194
1900 [0]200[6]
1905 198
1910 [0]190[6]
1925 165
2010 [00]059[10]
2014 [00]067[11]
Jahr Einwohner
2015 [00]76[11]
2020 [00]67[12]
2021 [00]72[13]
2022 [00]75[13]
2023 [0]69[2]

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1925:[1]

Die evangelischen Christen aus Darsekau waren zur Kirchengemeinde Rockenthin eingepfarrt, eine mater combinata Rockenthin, die zur Pfarrei Bombeck gehörte.[14] Die Evangelischen aus Darsekau gehören heute zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Der Ortsfriedhof mit einer Trauerhalle befindet sich am östlichen Ortsausgang.
  • In Darsekau steht vor dem Friedhof ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eine abgestufte Natursteinpyramide mit eingelassenen Namenstafeln.[16]
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 486–488, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 129 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 330, 40. Darseka (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b c d e f Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 486–488, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  2. a b Hansestadt Salzwedel (Hrsg.): Salzwedel – Statistik Einwohner/Ort zum Stichtag 31.12.2023 mit Haupt- oder alleiniger Wohnung. 6. August 2024.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 400 (uni-potsdam.de (Memento vom 22. Januar 2018 im Internet Archive)).
  5. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 370 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00392~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. a b c d Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 129 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  7. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1938, ZDB-ID 3766-7, S. 139, 475.
  8. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  9. Vereinbarung über die Eingemeindung der Gemeinde Seebenau in die Hansestadt Salzwedel. Gebietsänderungsvereinbarung. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 3. Salzwedel 22. April 2009, S. 84–86 (archiviert auf archive.org (Memento vom 20. April 2019 im Internet Archive) [PDF; abgerufen am 1. Mai 2019]). (819 kB)
  10. Hansestadt Salzwedel: Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020. Juni 2015, S. 76–77 (Online [PDF; abgerufen am 5. Mai 2019]).
  11. a b Jens Heymann: Kernstadt und Dörfer der Einheitsgemeinde Salzwedel legen zu. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Salzwedel. 15. Januar 2016 (az-online.de).
  12. Alexander Rekow: Salzwedel schrumpft weiter. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 11. Januar 2022, DNB 954815971, S. 13.
  13. a b Shannon Lang: Einwohnerzahl steigt wieder. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 28. Januar 2023, DNB 954815971, S. 17.
  14. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 96 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  15. Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. In: ekmd.de. Abgerufen am 28. Januar 2024.
  16. Darsekau, Hansestadt Salzwedel, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022.