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Israelische Verteidigungsstreitkräfte

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Israel Israelische Verteidigungsstreitkräfte
hebräisch צְבָא הַהֲגָנָה לְיִשְׂרָאֵל
Zva ha-Hagannah lə-Jisraʾel
Führung
Oberbefehlshaber: Premierminister Benjamin Netanjahu
Verteidigungsminister: Israel Katz
Militärischer Befehlshaber: Chef des Generalstabes Eyal Zamir
Militärische Führung: Generalstab
Sitz des Hauptquartiers: Tel Aviv
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: ca. 170.000 (2025)
Reservisten: ca. 465.000 (2025)
Wehrpflicht: Frauen 24 Monate, Männer 36 Monate
Wehrtaugliche Bevölkerung: Männer und Frauen; 18–49: ca. 3.000.000[1]
Wehrtauglichkeitsalter: Vollendetes 18. Lebensjahr
Anteil Soldaten an Gesamtbevölkerung: 1,8 %
Haushalt
Militärbudget: 109,8 Mrd. Schekel (2025)
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 8,4 % (2024)
Geschichte
Gründung: 31. Mai 1948

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (hebräisch צְבָא הַהֲגָנָה לְיִשְׂרָאֵל ‚Armee der Verteidigung Israels‘Zwa ha-Hagannah lə-Jisraʾel/?; hebräisches Akronym: Zahal צָהָ״ל; arabisch جيش الدفاع الإسرائيلي, DMG Ǧayš ad-Difāʿ al-Isrāʾīlī; englisch Israel Defense Forces, abgekürzt IDF) sind die Streitkräfte Israels. In den Teilstreitkräften der IDF dienen ungefähr 170.000 Männer und Frauen; zusätzlich stehen den Israelischen Verteidigungsstreitkräften 465.000 Reservisten zur Verfügung.[2][3][4]

Laut mehreren Einschätzungen von Medienunternehmen, darunter Forbes,[5] Global Firepower,[6][7] Axios,[8] U.S. News & World Report[9][10] sowie Al Jazeera[11] gelten die IDF, nicht zuletzt aufgrund einer erheblichen Unterstützung durch die Vereinigten Staaten, als eine der schlagkräftigsten und technologisch fortschrittlichsten Streitkräfte weltweit. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten gab im Januar 2025 bekannt, dass die unerschütterliche Unterstützung der Sicherheit Israels einen Eckpfeiler der amerikanischen Außenpolitik darstelle und zu diesem Zweck seit der Gründung des Staates über 130 Milliarden US-Dollar an bilateraler Hilfe gewährt worden seien.[12]

Auftrag und Doktrin

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Marschkolonne israelischer Soldaten

Ihren Auftrag beschreibt die israelische Armee folgendermaßen:[13]

“To defend the existence, territorial integrity and sovereignty of the state of Israel. To protect the inhabitants of Israel and to combat all forms of terrorism which threaten the daily life.”

„[Unser Auftrag ist es], die Existenz, die territoriale Integrität und die Souveränität des Staates Israel zu verteidigen [,] die Bewohner Israels zu beschützen und alle Formen des Terrorismus zu bekämpfen, die das alltägliche Leben bedrohen.“

Offizielle Internetpräsenz der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte

Die allgemeine Einsatzdoktrin der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte[14] ist von der Ansicht geprägt, dass Israel aufgrund seiner geringen territorialen Ausdehnung keinen Raum für defensive Kriegstaktiken hat. Andererseits hegt Israel heute keine territorialen Ansprüche mit Ausnahme der Golanhöhen und des Westjordanlandes. Daraus wird abgeleitet, dass militärische Konflikte, ob vorbereitet oder durch militärische Eskalationen ausgelöst, auf politischer Ebene verhindert werden müssen. Das Militär unterstützt diese außenpolitische Leitlinie mit einem wirksamen Abschreckungspotenzial.

Sollte Israel dennoch Krieg führen müssen, so ist primäres Ziel der Streitkräfte, die strategische Initiative an sich zu reißen und den Krieg schnell und mit möglichst wenigen eigenen Verlusten zu Ende zu führen. Deshalb stehen offensive Taktiken im Vordergrund.[15]

Der von den IDF verfolgte Grundsatz „Kein Soldat wird zurückgelassen“ hat einen hohen gesellschaftlichen und politischen Stellenwert; eine eigene Vermissteneinheit (MPU) widmet sich der Aufspürung und Rückholung entführter bzw. vermisster Soldaten, tot oder lebendig.[16] Für die Freilassung des 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit entließ Israel nach fünfjährigen Verhandlungen im Gegenzug 1027 palästinensische Gefangene, darunter verurteilte Mörder.[17] Die Entführung der beiden Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser war Mitauslöser des Zweiten Libanonkriegs 2006.[18] Die Leiche des 2014 in Gaza getöteten Soldaten Oron Shaul wurde 2025 nach rund zehnjähriger Geheimdienstvorbereitung im Zuge einer Spezialoperation von den IDF aus dem nördlichen Gazastreifen geborgen und nach Israel zurückgebracht.[19]

Organigramm (2015)

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Struktur der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (zum Vergrößern anklicken)

Das Verteidigungsministerium und das Hauptquartier der IDF befinden sich seit 2005 in einem umgangssprachlich als Kirya bezeichneten Gebäudekomplex in Tel Aviv, der auch über unterirdische Kommando- und Kontrollzentren verfügt.[20][21] Die Streitkräfte stehen unter dem Kommando eines Generalstabs (hebräisch הַמַּטֶּה הַכְּלָלִי שֶׁל צָהָ״ל, abgekürzt hebräisch מַטְכָּ״לMatkal). Der Chef des Generalstabs[22] (hebräisch רָמַטְכָּ״לRamatkal) hat als einziger den Rang Raw-Aluf (hebräisch רַב־אַלּוּף – vergleichbar mit einem Generalleutnant oder General) inne und ist der Oberkommandierende der Streitkräfte. Er untersteht direkt dem Verteidigungsminister und ist damit indirekt dem Premierminister und seiner Regierung unterstellt. Die Generalstabschefs (Ramatkalim) werden von der Regierung auf Vorschlag des Verteidigungsministers für drei Jahre berufen. Die Regierung hat jedoch das Recht, seine Dienstzeit auf vier (in Ausnahmefällen fünf) Jahre zu verlängern. Verglichen mit den Generalstabschefs anderer Länder sind die Oberkommandierenden der israelischen Armee oft sehr jung gewesen. Die Siege der Jahre 1967, 1956, 1948 wurden unter den Generälen Rabin (45 Jahre), Dajan (41 Jahre) und Jadin (32 Jahre) erfochten.

Die militärische Führung ist in vier Hauptkommandos aufgeteilt, die sowohl regional als auch funktional gegliedert sind:

Die Generalstabschefs

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Folgende Aufstellung enthält die Generalstabschefs mit dem Beginn und dem Ende ihrer Berufung:

Zusammensetzung des Generalstabs

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Der Generalstab setzt sich aus folgenden Posten zusammen (Stand: 12. April 2025):[27]

Posten Rang und Name
Chef des Generalstabes Rav-Aluf Eyal Zamir
Stellv. Chef des Generalstabs Aluf Tamir Yadai
Kommandierender General des Heeres Aluf Nadav Lotan
Direktor der Technologie- und Logistikabteilung Aluf Mishel Yanko
Direktor des Militärgeheimdienstes Aman Aluf Shlomi Binder
Direktor der Personalabteilung Aluf Dado Bar Kalifa
Direktor der Abteilung für Operationen Aluf Itzik Cohen
Direktor der Planungs- und Strategieabteilung Aluf Eyal Harel
Kommandeur der israelischen Luftstreitkräfte Aluf Tomer Bar
Kommandeur der israelischen Marine Aluf David Saar Salama
Kommandierender General Zentralkommando Aluf Avi Bluth
Kommandierender General Nordkommando Aluf Ori Gordin
Kommandierender General Südkommando Aluf Yaniv Asor
Kommandierender General Heimatfront-Kommando Aluf Rafi Milo
Kommandeur der Militärcolleges und Senior Field Commander Aluf Itay Veruv
Koordinator der Regierungsaktivitäten in den israelisch besetzten Gebieten Aluf Ghassan Aliyan
Oberster Militärrabbiner Tat-Aluf Eyal Karim
Kommandierender General des Generalstabskorps Aluf David Zini
Militärsekretär des Premierministers Tat-Aluf Roman Gofman
Pressesprecher Tat-Aluf Effie Defrin
Berater für Gleichstellung Tat-Aluf Ella Shado-Shechtman
Kommandeur der Reserve Tat-Aluf Benny Ben Ari
Soldatin mit TAVOR-Sturmgewehr und Mitznefet-Tarnung zur Auflösung der Helmkonturen

Die IDF zählen, bedingt durch ihre konfliktbehaftete Geschichte sowie andauernde Bedrohungen und kriegerische Auseinandersetzungen, zu den kostenintensivsten Streitkräften der Welt. Nach dem Sechstagekrieg 1967 stiegen die Verteidigungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt auf 19,7 Prozent und lagen nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 zwei Jahre lang bei 28,7 Prozent, ehe sie kontinuierlich sanken.[28] 2005 verfügten sie über ein Militärbudget von umgerechnet knapp 9,4 Mrd. US-Dollar und damit pro Kopf über den größten Wehretat der Welt. Mit 5,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2021 belastete er die israelische Volkswirtschaft für ein demokratisch und marktwirtschaftlich orientiertes Land außergewöhnlich stark; im Jahr 2002 waren es sogar 9,2 Prozent.[29] Im Nahen Osten hatten nur die Streitkräfte Saudi-Arabiens einen höheren Anteil. Im Vergleich dazu macht das größte Militärbudget, das der Vereinigten Staaten, seit 2010 nicht mehr als 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

In der israelischen Öffentlichkeit ist die Debatte um das Budget der Streitkräfte von großer Bedeutung und wird, jährlich wiederkehrend, im Zuge der Haushaltsberatung der Knesset diskutiert. Besonders aufsehenerregend sind die ebenfalls häufig vorgetragenen Forderungen nach drastischen Einschnitten. Da die Streitkräfte Israels stark auf symmetrische Kriegsführung – also die Verteidigung gegen seine Nachbarstaaten – ausgelegt ist, schlägt sich diese permanente Alarmbereitschaft auch auf die Gestaltung des Haushaltsplans nieder. Erst in den 2000er-Jahren konnten sich beispielsweise über mehrere Jahre gestreckte Ausgaben durchsetzen. Dieses Vorgehen ist in anderen Ländern ein militärpolitisches Standardverfahren, Israel hielt die Festlegung auf mehrere Jahre jedoch zuvor angesichts seiner latenten strategischen Bedrohung für ein unkalkulierbares Risiko.[30]

Für die Jahre 2023 bis 2027 wurde ein mehrjähriger Haushaltsentwurf für das Verteidigungsministerium vereinbart, der einen stetigen Rückgang des Anteils am BIP auf 3 Prozent anstrebte, nachdem dieser in den Jahren vor 2023 bereits auf 4 Prozent gesunken war. Diese Planungen wurden aufgrund des Terrorangriffs der Hamas auf Israel 2023 und folgender militärischer Konfrontationen obsolet. Esteban Klor, Wirtschaftsprofessor an der Hebräischen Universität Jerusalem und leitender Forscher am Institut für Nationale Sicherheitsstudien teilte im November 2024 mit, dass der Verteidigungshaushalt in den kommenden Jahren das Haushaltsdefizit Israels maßgeblich bestimmen werde.[31] Im Jahr 2024 beliefen sich Israels Verteidigungsausgaben laut Finanzministerium auf 168,5 Milliarden Schekel (rund 45 Milliarden US-Dollar) bzw. 8,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, davon entfielen allein 112 Milliarden Schekel (rund 31 Milliarden US-Dollar) für die militärischen Konflikte in Gaza und im Libanon. 2023 hatten sich die Ausgaben noch auf 98,1 Milliarden Schekel (rund 26 Milliarden US-Dollar) bzw. 5,2 Prozent des BIP belaufen.[32]

Am 25. März 2025 bestimmte das Knesset-Plenum mit 66 zu 52 Stimmen den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr, wobei das Verteidigungsministerium mit einer Rekordhöhe von rund 109,8 Milliarden Schekel (rund 29 Milliarden US-Dollar) den größten Haushaltsposten einnimmt.[33] Um die steigenden Verteidigungsausgaben zu finanzieren, kam es zu von der Opposition kritisierten Kürzungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich,[34] verbunden mit höheren Steuern, reduzierten öffentlichen Dienstleistungen und geringeren Haushaltseinkommen.[35]

Teilstreitkräfte

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Israelische Soldaten
Soldaten der Einheit Jahalom
Soldaten der Spezialeinheit Duvdevan
Kampfpanzer Merkava 4
Mannschaftstransportpanzer Namer
Panzerhaubitze M109

Die israelischen Bodentruppen gliedern sich in Divisionen, welche wiederum aus Brigaden mit Bataillonen, Kompanien und Zügen bestehen. Die regulären, also stehenden Verbände des Heeres, werden von Reservisten unterstützt und ergänzt, wobei im Konfliktfall auch reine Reservistenverbände zum Einsatz gebracht werden. Das Bedrohungsszenario der IDF veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte von staatlichen Großarmeen der Nachbarländer hin zu nichtstaatlichen Akteuren mit Terror- und Guerilla-Taktiken, welche grenzüberschreitende Angriffe durchführen. Am 7. Oktober 2023 erfolgte der Terrorangriff der Hamas auf Israel, der zum israelischen Einmarsch im Gazastreifen führte. Ab 8. Oktober 2023 begannen zudem Feindseligkeiten mit der libanesischen Hisbollah und verbündeter Terrorgruppen, die in der Nacht zum 1. Oktober 2024 in einer israelischen Bodenoffensive im Südlibanon eskalierten. Im Januar 2025 starteten die IDF zusätzlich eine großangelegte Anti-Terroroperation im Westjordanland, nachdem Versuche der Palästinensischen Autonomiebehörde gescheitert waren, die Ordnung wiederherzustellen. Israel ist darauf bedacht, Verluste unter seinen Soldaten zu vermeiden und setzt daher auf seinen technologischen Fortschritt und seine überlegene Feuerkraft, vor allem die uneingeschränkte Luftüberlegenheit. Das Vorgehen der Bodentruppen erfolgt daher langsam und gesichert; die IDF gaben im April 2025 bekannt, dass sie sich für eine Operation, für welche eine Einsatzzeit von sechs Stunden eingeplant sei, rund eine Woche Zeit lassen würde, um Risiken für die beteiligten Soldaten zu minimieren.[36]

Eine Besonderheit der IDF bilden unter anderem die zur kämpfenden Truppe zählenden Bataillone der Paran-Brigade mit einem Frauenanteil von bis zu 70 Prozent[37][38], sowie das fast ausschließlich aus muslimischen Beduinen bestehende Aufklärungsbataillon Gadsar 585 mit Fähigkeiten im Fährtenlesen.[39][40] Mit Oketz verfügen die IDF über eine Hundestaffel für Einsätze im Bereich Terrorismusbekämpfung, Suche und Rettung sowie für andere spezifische Zwecke[41] und mit der Alpinisteneinheit einen eigens für den Gebirgs- und Winterkampf ausgebildeten und ausgerüsteten Verband für die Hermon-Region im Norden Israels.[42] Zudem verfügen die Bodentruppen über Kommando- und Spezialeinheiten wie Sajeret Matkal,[43] Duvdevan,[44] Maglan,[45] Egoz[46] und Jahalom.[47]

Das weltbekannte Selbstverteidigungssystem Krav Maga ist obligatorischer Bestandteil des israelischen Militärdienstes.[48][49]

Wichtigster Kampfpanzer Israels ist seit den 1980er Jahren der Merkava, welcher in der vierten Generation (Mark 4) bei den Panzerverbänden, in der dritten Generation (Mark 3) auch noch bei Reserveeinheiten Verwendung findet. Die ersten Modelle des Mark 5, optimiert für den Kampf im urbanen Umfeld, wurden 2023 an die IDF ausgeliefert.[50][51] Auf dem Fahrgestell des Merkava beruhend, wurde ab 2008 der Mannschaftstransportpanzer Namer eingeführt, dessen Produktion nach der Operation Protective Edge 2014 angekurbelt wurde, um den teilweise noch aus den 1970er Jahren stammenden M113 zu ersetzen.[52] Ebenfalls als Ersatz für die M113 begann ab Mai 2023 die Auslieferung des Radschützenpanzers Eitan an die Truppe, der Technologien des Merkava und des Namer kombiniert, jedoch zu günstigeren Produktionskosten. Die Panzermodelle Merkava, Namer und Eitan werden laufend weiterentwickelt oder speziellen Erfordernissen angepasst.[53][54] Zum Schutz der Panzerfahrzeuge vor anfliegenden Granaten und Raketen entwickelten die israelischen Unternehmen Rafael und IAI während eines zehnjährigen Entwicklungsprojekts das als Trophy (in Israel offiziell Windbreaker bzw. in Hebräisch Me’il Ruah) bezeichnete aktive Abwehrsystem, welches ab 2011 im Merkava und ab 2016 im Namer verbaut wurde.[55] Für den Schutz des Eitan entschieden sich die IDF für das weiterentwickelte Abwehrsystem Iron Fist.[56]

Das Hauptsystem der Artillerie ist die Panzerhaubitze M109, ergänzt durch das seit Juni 2024 einsatzbereite und automatisierte System Roem, welches die gleiche Munition im Kaliber 155 mm verschießt.[57] Als Raketenartillerie wird der 2020 eingeführte und erstmals im Februar 2024 operativ eingesetzte Mehrfachraketenwerfer Lahav verwendet, der die zuvor verwendeten M270 ersetzt.[58]

Im Dezember 2024 stellten die IDF eine Reihe von Änderungen vor, die sie nach den monatelangen Erfahrungen der Kämpfe im Gazastreifen und Südlibanon umsetzen wollen, um aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu zählen die Aufstockung der Pioniereinheiten bzw. der Ausbau der Pionierfähigkeiten der Truppen, eine Erhöhung der Mobilität und des Schutzes der Infanterieeinheiten durch die Ausstattung mit Panzerfahrzeugen und eine Modernisierung der Ausrüstung aller Reservisteneinheiten, vor allem im Bereich der Panzertruppen.[59] Aufgrund der gestiegenen operativen Bedürfnisse und Verteidigungskapazitäten des Militärs wurde darüber hinaus Ende Oktober bzw. Mitte Dezember 2024 die Aufstellung zweier neuer Divisionen der IDF angekündigt; die rund 15.000 Truppen umfassende 96. leichte Division „David“ aus vorwiegend freiwilligen Reservisten, welche bereits die Altersgrenze für die Einberufung zu pflichtmäßigen Reserveübungen überschritten haben, sowie die Ostdivision, welche die Sicherung der Grenze zu Jordanien übernehmen soll.[60][61][62][63] Im November 2024 wurde zudem die Aufstellung einer Infanteriebrigade für ausschließlich ultraorthodoxe Wehrpflichtige, die Hasmonäer-Brigade angekündigt, die den Soldaten die Ausübung ihres religiösen Lebensstils ermöglichen soll.[64]

Luftstreitkräfte

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Eine F35I „Adir“ (links) neben einer F16I „Sufa“
Fünf F-15I „Ra’am“
AH-64D „Seraph“
Aufklärungs- und Angriffsdrohne Hermes 900 „Kochav“

Die Israelischen Luftstreitkräfte (IAF) gelten als eine der schlagkräftigsten der Welt und gliedern sich in Geschwader, welche von strategisch im Land verteilten Militärflugplätzen aus operieren. Die IAF spielen eine Schlüsselrolle bei fast allen Aktivitäten der IDF, sichern den Luftraum gegen feindliche Flugzeuge, Raketen und Drohnen, leisten den Boden- sowie Seestreitkräften Luftunterstützung, liefern einsatzrelevante Informationen und führen Angriffe zur Verteidigung innerhalb und außerhalb der israelischen Grenzen durch. Die IAF übernehmen einen Großteil der operativen Aktivitäten der IDF, wodurch das Risiko für die Bodentruppen minimiert wird.[65][66] Aufgrund ihres technologischen Fortschritts und einer erheblichen Unterstützung durch die Vereinigten Staaten verfügen die IAF über eine Luftüberlegenheit im Nahen Osten, wobei der letzte bestätigte Abschuss eines israelischen Kampfflugzeuges 2018 erfolgte.[67]

Seit Oktober 2023 führte bzw. führt die israelische Luftwaffe, nach entsprechenden Angriffen bzw. als Präventivmaßnahme, Luftschläge im Gazastreifen,[68] Westjordanland,[69] Libanon,[70] Syrien,[71] Jemen[72] und dem Iran[73] durch, bis zu 2000 Kilometer vom eigenen Staatsgebiet entfernt; dabei stellten die IAF auch ihre Fähigkeiten der Luftbetankung unter Beweis.[74] Zu den Angriffen zählten auch gezielte Tötungen hochrangiger Terroristen, darunter des Hisbollah-Generalsekretärs Hassan Nasrallah[75] und des obersten militärischen Befehlshabers der Hamas, Mohammed Deif.[76] Einer der größten Einsätze erfolgte im Zuge eines Präventivschlages am 25. August 2024 mit etwa 100 Kampfflugzeugen auf rund 40 Gebiete im Südlibanon.[77][78]

Für ihre Angriffe verwenden die IAF Kampfflugzeuge US-amerikanischer Produktion der Typen F-15[79] F-16[80] und F-35[81] unterschiedlicher Varianten und Modifikationen mit israelischer Technologie. 2016 verfügte Israel mit rund 300 Maschinen über die größte Flotte von F-16 außerhalb der USA.[82] Diese Zahl verringerte sich bis Oktober 2023 auf rund 175 Maschinen,[83] zu Gunsten des Erwerbs modernerer Flugzeuge des Typs F-35, die ab 2016 in Israel eintrafen. Israel war nach den USA das zweite Land, das die F-35 erhielt und noch vor den USA operativ zum Einsatz brachte.[84] Von den 75 bestellten F-35 waren bis März 2025 bereits 42 an Israel ausgeliefert.[85] Im November 2024 beschloss Israel zudem die Bestellung von 50 F-15IA, der israelischen Variante der modernen F-15EX, sowie Upgrade-Kits für vorhandene F-15I.[86][87]

Die Gesamtstärke der israelischen Hubschrauberflotte wurde im Juni 2024 mit einigen Dutzend angegeben.[88] Als Kampfhubschrauber werden AH-64 Apache eingesetzt, die sich auf zwei Staffeln verteilen.[89] Für Transportaufgaben wird der 1969 eingeführte und mehrfach modernisierte CH-53[90][91][92], sowie der ab 1994 erworbene UH-60 (Black Hawk) eingesetzt.[93]

Im März 2025 gab das Militär bekannt, dass die Anschaffung von acht Luftbetankungsflugzeugen des Typs Boeing KC-46 ab 2026 geplant sei, um die älteren Modelle Boeing 707 „Re’em“ zu ersetzen.[94][95] Zudem nutzt Israel Transportflugzeuge des Typs C-130 (Hercules).[96][97]

Israel setzt Unbemannte Luftfahrzeuge zu Aufklärungs- und Angriffszwecken ein, darunter die Eigenentwicklungen Hermes 450 und Hermes 900, sowie Multicopter und Loitering Weapons.[98][99] Im März 2025 gab es in Israel 25 Drohnenlieferanten, die mit dem Verteidigungsministerium zusammenarbeiteten, um eine Ausschreibung für 5000 FPV-Drohnen zu erlangen.[100]

Weiters gehören zur Luftwaffe die taktische Rettungseinheit 669[101] und die Eliteeinheit Schaldag.[102]

Die INS Atzmaut der Sa’ar-6-Klasse
U-Boot der Dolphin-Klasse
Patrouillenboot Schaldag Mark 5

Der Israelischen Marine obliegt der Schutz und die Verteidigung des Staates Israel und seiner Hoheitsgewässer vor maritimen Bedrohungen, die Unterstützung der israelischen Armee im Falle eines Konflikts, sowie die Durchführung von Such- und Rettungseinsätzen. Ihr Hauptstützpunkt mit Marinewerft und Hauptwerkstatt befindet sich in der Marinebasis Haifa im Norden Israels am Mittelmeer, weitere Stützpunkte befinden sich in Aschdod am Mittelmeer und Eilat am Roten Meer.[103]

Die größten und modernsten Einheiten der Marine stellen die vier in Deutschland produzierten Korvetten der Sa’ar-6-Klasse dar, welche bis August 2021 ausgeliefert und im April 2023 für einsatzbereit erklärt wurden.[104] Weiters stehen seit 1993/94 die drei in den USA gebauten Korvetten der Sa’ar-5-Klasse[105][106] und acht mehrfach modernisierte Flugkörperschnellboote der Sa’ar-4.5-Klasse zur Verfügung.[107] Zum Transport von Truppen und Ausrüstung kann seit August 2023 bzw. Juni 2024 auf zwei rund 95 Meter lange Landungsboote zurückgegriffen werden.[108][109]

Zum Schutz der Küstengewässer stehen unterschiedliche Patrouillenboote bereit, welche auch als leichte Angriffsboote bewaffnet werden können, darunter als modernste Einheiten die Modelle Mark 5 der Schaldag-Reihe.[110][111] Als Ergänzung zu ihren bemannten Patrouillenbooten verfügt die Marine auch über eine Flotte von unbemannten „Protector“-Booten, welche ebenfalls als bewaffnete Plattform eingesetzt werden können.[112][113]

Darüber hinaus verfügt die israelische Marine über sechs einsatzbereite U-Boote (Dolphin-Klasse) aus deutscher Produktion, wobei die Taufe des sechsten Bootes am 12. November 2024 in Kiel erfolgte.[114] Im Januar 2022 wurde bekanntgegeben, dass Israel drei weitere U-Boote (Dakar-Klasse) in Deutschland in Auftrag gegeben hat, welche nach ihrer geplanten Auslieferung in den 2030er Jahren nach und nach ältere Modelle ersetzen sollen.[115]

Im Februar 2025 begann der Bau einer ersten von fünf neuen Korvetten (Reshef-Klasse) bei Israel Shipyards, welche in etwa dreieinhalb Jahren ausgeliefert werden soll. Die fünf Schiffe mit einem Auftragsvolumen von rund 2,8 Milliarden Schekel (etwa 800 Millionen US-Dollar) sollen nach und nach die seit rund vier Jahrzehnten im Dienst befindlichen Einheiten der Sa’ar-4.5-Klasse ersetzen.[116]

Ebenfalls zur Marine gehört die in Atlit stationierte Marinekommandoeinheit Schajetet 13.[117]

Eine Werfereinheit des Systems „Iron Dome“ beim Start einer Tamir-Rakete
„David’s Sling“ im Einsatz
„Arrow 2“ im Flug
Start einer „Arrow 3“
Lasersystem „Iron Beam“

Israel verfügt über ein mehrschichtiges Luftabwehrsystem, dass zu den wirksamsten und technologisch fortschrittlichsten der Welt zählt. Für die Abwehr langsamer und ungelenkter Ziele wie Artilleriegranaten, Kurzstreckenraketen und Drohnen steht seit 2011 das mobile und strategisch im Land verteilte System Iron Dome zur Verfügung, das laufend weiterentwickelt wurde und dessen genaue Stückzahl der militärischen Geheimhaltung unterliegt. Das System ist in der Lage, herannahende Ziele in einem Umkreis von etwa 100 km zu erkennen, sowie deren Einschlagspunkt zu berechnen. Gegen jene Flugkörper, die laut Berechnung auf besiedelte Gebiete zusteuern, können dann pro Werfereinheit bis zu 20 Abfangraketen des Typs Tamir eingesetzt werden. Flugkörper, die laut Berechnung außerhalb besiedelter Gebiete einschlagen, werden nicht bekämpft; das System filtert somit im Falle einer Raketensalve jene Flugkörper heraus, welche voraussichtlich eine Bedrohung für die Bevölkerung, Truppen oder die Infrastruktur darstellen und kann seine zahlmäßig begrenzten und kostenintensiven Abwehrraketen (etwa 50.000 US-Dollar) auf deren Bekämpfung konzentrieren. Jede Batterie von Iron Dome, bestehend aus Radar,- Kontroll- und Werfereinheit kann etwa 150 Quadratkilometer (58 Quadratmeilen) verteidigen, was etwa der Fläche einer mittelgroßen israelischen Stadt entspricht.[118] Die IDF gaben bekannt, dass das System während des Terrorangriffs der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Monat eine geschätzte Abfangquote von 95 % der als Bedrohung eingestuften Flugkörper erreicht habe.[119] Ebenfalls 2023 wurde eine Version mit der Bezeichnung C-Dome für die Marine eingeführt. Der erste erfolgreiche Einsatz einer solchen C-Dome erfolgte im April 2024 durch eine Korvette der Sa’ar-6-Klasse.[120]

Für die Abwehr von leistungsfähigeren Bedrohungen, wie ballistischen Raketen, Marschflugkörpern, Flugzeugen und Drohnen, steht das 2017 in Betrieb genommene und stationäre Raketenabwehrsystem David’s Sling in Verwendung, welches eine Reichweite zwischen 40 und 300 km, sowie eine Abfanghöhe von 15 km erreichen soll. Berichten zufolge belaufen sich die Kosten für die Abwehrraketen auf schätzungsweise eine Million US-Dollar pro Stück. Der erste erfolgreiche operative Einsatz des Systems erfolgte im Mai 2023.[121][122][123][124][125]

Im Jahr 2000 kam es zur Einführung des Luftabwehrsystems Arrow 2, einer Hyperschallwaffe zur Abwehr von beispielsweise Interkontinentalraketen bis in Höhen der Exosphäre. 2017 wurde das weiterentwickelte und leistungsgesteigerte System Arrow 3 ergänzend in Betrieb genommen, welches über eine Reichweite von 2.400 Kilometern und eine Flughöhe von 160 Kilometern verfügen soll. Diese Systeme wurden unter anderem erfolgreich bei der Abwehr von ballistischen Raketen der iranischen Angriffe vom 13. April 2024 und 1. Oktober 2024 eingesetzt. Der erste erfolgreiche Einsatz von Arrow 3, der Abschuss einer vom Jemen aus gestarteten Rakete, erfolgte im November 2023 über dem Roten Meer.[126][127][128][129][130]

Im Mai 2024 gaben die IDF bekannt, ihre 1990 erworbenen Patriot-Luftabwehrsysteme, in Israel unter der Bezeichnung Yahalom geführt, nach mehr als 30 Jahren im Einsatz auszumustern.[131][132]

Im Oktober 2024 kam es zur Stationierung einer Batterie des US-amerikanischen Luftabwehrsystems THAAD in Israel, welche im Dezember gleichen Jahres eine aus dem Jemen gestartete Rakete abfangen konnte. Das von US-Personal bediente THAAD könne laut Berichten Ziele in einer Entfernung von bis zu 200 Kilometern bekämpfen und solle laut einem Sprecher des Pentagons dazu beitragen, Israels Luftabwehr nach den iranischen Raketenangriffen auf Israel zu stärken.[133][134] Im April 2025 erfolgte die Stationierung einer zweiten THAAD-Batterie in Israel.[135][136]

Seit 2014 arbeitet Israel an dem Hochenergie-Laserabfangsystem Iron Beam, welches mittels Laser feindliche Flugkörper bis auf mehrere Kilometer Entfernung bekämpfen soll. Das System sei als Ergänzung für Iron Dome gedacht, um den Bestand teurer Abfangraketen zu schonen und damit die Wirtschaftlichkeit der Raketenabwehr revolutionieren. Der Hersteller Rafael Advanced Defense Systems gab im März 2025 bekannt, dass das System kurz vor der Markteinführung stehe.[137][138]

Militärischer Nachrichtendienst

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Dem Direktorat des Militärgeheimdienstes Aman (אגף מודיעין) untersteht unter anderem die Einheit 8200. Bei dieser werden Fähigkeiten zur Kriegsführung im Cyberspace vermutet.

Kampfunterstützung

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  • C4I-Direktorat (Command, Control, Communications, Computers and Intelligence – Kommando, Kontrolle, Kommunikations-, Computer- und Nachrichtendienst)
    • C4I-Korps
  • Technologie- und Logistikabteilung
    • Logistik-Korps (Nachschub und Instandsetzung)
    • Ordonnanz-Korps (Zeugamt)
    • Medizinisches Korps
  • Personalabteilung
  • Militärgerichte und Militäranwälte
  • Militärschulen und Militärakademie

Die Uniformen der Israelischen Streitkräfte werden seit den 1960er Jahren fast unverändert getragen. Der Farbton der Uniform ist dabei ebenfalls gleich geblieben, da sich auf die Art in den modernen Kampfszenarien eine effektivere Freund-Feind-Erkennung ergeben hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten verwendet Israel für alle Teilstreitkräfte die gleichen Dienstgrade. Zur Vergleichbarkeit sind entsprechende NATO-Rangcodes angegeben. Die Dienstgradabzeichen in der dargestellten Form wurden 2002 eingeführt. Bei der Marine sind die Rangabzeichen in den bei Seestreitkräften üblichen Farben gehalten, beispielsweise bei der großen Uniform gold auf dunkelblau.

Offiziere
Rav-Aluf[A 1]
רב-אלוף
Aluf
אלוף
Tat-Aluf
תת-אלוף
Aluf Mischne
אלוף משנה
Sgan Aluf
סגן אלוף
Rav-Seren[A 2]
רב סרן
Seren
סרן
Segen
סגן
Segen Mischne
סגן-משנה
OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1 OF-1
Unteroffiziere
Rav-Negad
רב נגד
Rav-Negad Mischne
רב נגד משנה
Rav-Samal Bachir
רב סמל בכיר
Rav-Samal Mitkadem
רב סמל מתקדם
Rav-Samal Rischon
רב סמל ראשון
Rav-Samal
רב סמל
OR-9 OR-9 OR-9 OR-8 OR-7 OR-6
Mannschaften
Samal Rischon
סמל ראשון
Samal
סמל
Rav-Turaʾi
רב טוראי
Turaʾi Rischon[A 3]
טוראי ראשון
Turaʾi
טוראי
OR-5 OR-4 OR-3 OR-2 OR-1
kein Abzeichen

Anmerkungen

  1. Formal kennt die militärische Dienstgradstruktur Israels keinen Rang General (OF-9), da aber der Generalstabschef als einziger den Rang Generalleutnant (Rav-Aluf) bekleidet und Kommandeur der Streitkräfte ist, ist sein Rang aufgrund seiner Dienststellung zumindest international mit dem eines Generals (OF-9) vergleichbar.
  2. Das blattförmige Symbol auf den Schulterstücken der höheren Offiziere wird von den Mannschaften umgangssprachlich als Falafel bezeichnet.
  3. Seit einiger Zeit erfolgt die erste Beförderung in der Mannschaftslaufbahn gleich zum Rav-Turaʾi, der Rang Turaʾi Rischon wird nicht mehr vergeben.
IDF-Soldaten mit unterschiedlichen Barettfarben an der Klagemauer; von links nach rechts handelt es sich um Angehörige der Brigaden Kfir, Golani, Fallschirmjäger, Givʿati und Nachal

Rüstungsimporte und internationale Zusammenarbeit

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Die ersten Waffenkäufe wurden 1948 in der Tschechoslowakei getätigt. Sie umfassten Sturm- und Maschinengewehre sowie 25 Avia S-199-Jagdflugzeuge, die zahlreiche Teile der Messerschmitt Bf 109 enthielten. Weitere Waffen stammten zu dieser Zeit aus Großbritannien und Frankreich, das in den 1950er-Jahren zum bedeutendsten Waffenlieferanten Israels wurde.

Ausgestattet mit der französischen 75-mm-Kanone CN-75-50 des AMX-13, einem angepassten Turm und einem stärkeren Dieselmotor statt des originalen Benzinmotors wurde aus dem amerikanischen M4 Sherman aus dem Zweiten Weltkrieg ab 1955 der israelische M-50 Isherman weiterentwickelt. Vom M-50 wurden die ersten zwei Dutzend schon in der Sueskrise von 1956 eingesetzt. Anfang der 1960er-Jahre stellten die knapp 300 M-50 die Masse der israelischen Panzerverbände. Weitere 180 Sherman-Panzer wurden mit einer verkürzten französischen 105-mm-L/44-Kanone CN-105-57 des AMX-30 zum M-51 Super Sherman weiterentwickelt, der im Sechstagekrieg von 1967 mit Erfolg eingesetzt wurde.[139]

Der französische Präsident Charles de Gaulle verhängte am 2. Juni 1967, unmittelbar vor dem Ausbruch des Sechstagekrieges, ein Waffenembargo gegen Israel. Nach dem Ende des Sechstagekrieges versorgte die Sowjetunion die Streitkräfte Ägyptens und Syriens mit Waffen, während die USA zum bedeutendsten Waffenlieferanten Israels wurden.

Mit Stand vom Anfang des 21. Jahrhunderts stammt ein Großteil der israelischen Armeeausrüstung aus amerikanischer Produktion; aber auch aus anderen NATO-Ländern inklusive Deutschland, des Weiteren werden aus Russland sowie Indien Waffen importiert.[140] Die staatlichen Rüstungskonzerne Israel Military Industries und Israel Aerospace Industries führen aber auch eigene Weiter- und Neuentwicklungen durch, so etwa bei Luft-Luft-Raketen oder dem Merkava-Panzer.

Die Stückzahlen israelischer Ausrüstung lagen 2007 bei 1230 Fluggeräten, 14.200 Kampfpanzern und gepanzerten Fahrzeugen, 2783 Artilleriegeschützen, 3153 ballistischen Raketen und 18 See-Einheiten.[141]

In der Vergangenheit führte dies teils zu diplomatischen Verwicklungen mit den USA. So entwickelte Israel mit Indien Anfang der 2000er-Jahre das Barak-Luftabwehrsystem, das NATO-Flugabwehrsystemen überlegen war, und stellte damit seine eigene weitreichende Verfügung über amerikanische Systeme in Frage. Hinzu kam im Jahr 2004 ein Konflikt, bei dem Israel an China eine Weiterentwicklung für US-Waffensysteme weiterverkaufte, die der Volksrepublik in den 1990er-Jahren geliefert worden waren, ohne – wie vereinbart – die Genehmigung der USA dazu einzuholen.[142]

Laut dem Bundestag wurden im Jahr 2023 deutsche Rüstungsexporte mit einem Volumen von über 326,5 Millionen Euro an Israel genehmigt, womit das Land auf Platz 7 der Bestimmungsländer mit den höchsten Genehmigungswerten für deutsche Rüstungsgüter lag. Dies stellte eine nahezu Verzehnfachung des Volumens gegenüber dem Jahr 2022 dar (32,3 Millionen Euro), bedingt durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023. Ein Großteil davon, rund 306,4 Millionen Euro, entfielen auf sogenannte „Sonstige Rüstungsgüter“ wie Geländefahrzeuge mit ballistischem Schutz und Teile für gepanzerte Fahrzeuge, sowie umfangreiche elektronische bzw. technische Komponenten und Ausrüstung, beispielsweise für die Marine und Luftabwehr. 20,1 Millionen Euro des Volumens entfielen auf die als Kriegswaffen deklarierten Güter; Munition und Munitionsbestandteile, sowie tragbare Panzerabwehrwaffen.[143][144] Die israelische Marine verfügt über sechs einsatzbereite U-Boote (Dolphin-Klasse) aus deutscher Produktion, wobei die Taufe des sechsten Bootes am 12. November 2024 in Kiel erfolgte.[145] Im Januar 2022 wurde bekanntgegeben, dass Israel drei weitere U-Boote (Dakar-Klasse) in Deutschland in Auftrag gegeben hat, welche nach ihrer geplanten Auslieferung in den 2030er Jahren nach und nach ältere Modelle ersetzen sollen.[146] Darüber hinaus verfügt Israels Marine über vier in Deutschland produzierte Korvetten der Sa’ar-6-Klasse, welche bis August 2021 ausgeliefert und im April 2023 für einsatzbereit erklärt wurden.[147]

Vereinigte Staaten

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Die Vereinigten Staaten und Israel haben mehrere bilaterale Abkommen zur Verteidigungskooperation, dazu gehören das Abkommen über gegenseitige Verteidigungshilfe (1952), das Abkommen über allgemeine Informationssicherheit (1982), das Abkommen über gegenseitige Logistikunterstützung (1991) und das Abkommen über den Truppenstatus (1994). Israel ist Major non-NATO ally, also Wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter nach US-amerikanischem Recht. Dieser Status bietet ausländischen Partnern bestimmte Vorteile in den Bereichen Rüstungshandel und Sicherheitszusammenarbeit und ist ein starkes Symbol ihrer engen Beziehung zu den Vereinigten Staaten. Im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen ist es die Politik der Vereinigten Staaten, Israel dabei zu unterstützen, seine Fähigkeit, jeder konventionellen militärischen Bedrohung durch einen Staat, eine Staatenkoalition oder durch nichtstaatliche Akteure entgegenzutreten und sie abzuwehren. Neben Sicherheitshilfe und Waffenverkäufen beteiligen sich die Vereinigten Staaten an einer Reihe von Austauschen mit Israel, darunter Militärübungen wie Juniper Oak und Juniper Falcon, sowie gemeinsame Forschung und Waffenentwicklung.

Laut Darstellung des US-Außenministeriums vom Januar 2025 ist Israel der weltweit größte Empfänger von US-Sicherheitshilfe gemäß des Foreign Military Financing (FMF)-Programms. Dies wurde durch ein Memorandum of Understanding (MOU) mit einer Laufzeit von zehn Jahren (2019–2028) formalisiert. In Übereinstimmung mit dem MOU stellen die Vereinigten Staaten jährlich 3,3 Milliarden US-Dollar an FMF und 500 Millionen US-Dollar für Kooperationsprogramme zur Raketenabwehr bereit. Seit dem Haushaltsjahr 2009 haben die Vereinigten Staaten Israel 3,4 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln für die Raketenabwehr bereitgestellt, darunter 1,3 Milliarden US-Dollar für die Unterstützung von Iron Dome ab dem Haushaltsjahr 2011. Über FMF gewähren die Vereinigten Staaten Israel Zugang zu einigen der modernsten Militärausrüstungen der Welt. Israel hat Anspruch auf Cashflow-Finanzierung und ist befugt, seine jährliche FMF-Zuteilung zu verwenden, um Verteidigungsgüter, -dienstleistungen und -ausbildung über das Foreign Military Sales (FMS)-System, Direct Commercial Contracts – bei denen es sich um FMF-finanzierte direkte kommerzielle Verkaufsbeschaffungen handelt – und über Off Shore Procurement (OSP) zu beschaffen. Über das OSP erlaubt das aktuelle MOU Israel, einen Teil seiner FMF für Verteidigungsgüter israelischer statt amerikanischer Herkunft auszugeben. Im Oktober 2023 gab es in den Vereinigten Staaten 599 aktive Fälle von Auslandsverkäufen militärischer Güter an Israel im Wert von 23,8 Milliarden US-Dollar, vorwiegend zur Aufrechterhaltung und Versorgung der israelischen Luftwaffe. Vom Haushaltsjahr 2018 bis zum Haushaltsjahr 2022 genehmigten die USA zudem den dauerhaften Export von Verteidigungsgütern im Wert von über 12,2 Milliarden US-Dollar nach Israel über das Direct Commercial Sales (DCS)-Verfahren.[148]

Im Mai 2024 hatte das Kabinett Biden eine Lieferung schwerer Fliegerbomben nach Israel ausgesetzt, nachdem es befürchtete, Israel könne diese während der Rafah-Offensive im von Flüchtlingen überfüllten Stadtgebiet einsetzen. Aus ähnlichen Bedenken hatte die Regierung im November 2024 auch einen Verkauf von Planierraupen vom Typ Caterpillar D9 verzögert, nachdem die israelischen Streitkräfte diese zur Zerstörung von Wohnhäusern in Gaza eingesetzt hatten. Die US-Regierung wollte weitere Lieferungen von Angriffswaffen von einer Verbesserung der humanitären Situation in Gaza durch Israel abhängig machen; diese Beschränkungen wurden von der Nachfolgeregierung Kabinett Trump II aufgehoben und die zurückgehaltenen rund 1800 schweren Bomben im Februar 2025 nach Israel geliefert. Am 28. Februar 2025 teilte das US-Außenministerium dem Kongress mit, dass es plant, Waffen im Wert von fast 3 Milliarden US-Dollar an Israel zu verkaufen, darunter über 40.000 Fliegerbomben und tausende dazugehörige Penetrationsgefechtsköpfe und Leitsätze, sowie gepanzerte D9-Planierraupen. Die Auslieferungen würden im Jahr 2026 beginnen, wobei die Möglichkeit bestünde, einen Teil dieser Beschaffung aus US-Beständen und damit sofort verfügbar zu machen. Nach israelischen Angaben sind seit Beginn des Terrorangriffs der Hamas auf Israel von Oktober 2023 bis Februar 2025 über 76.000 Tonnen Militärausrüstung auf 678 Transportflugzeugen und 129 Schiffen in Israel eingetroffen, der überwiegende Teil davon aus den USA.[149][150]

Humanitäre Hilfe

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Israelische Soldaten behandeln einen verletzten Palästinenser

Nach dem Erdbeben von Gölcük 1999 entsandte die israelische Regierung 250 Soldaten, Hunde und Bergungsgerät in das Krisengebiet.[151] Die israelische Armee leistete mehrfach in verschiedenen Krisenregionen der Welt humanitäre Hilfe. Beispielsweise wurden nach dem Erdbeben in Haiti 2010 aus den Reihen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte Bergungseinheiten sowie medizinische Einheiten zur Hilfe nach Haiti entsandt.[152]

Israelische Soldaten retten eine 80-jährige Libanesin aus einem Stacheldrahtzaun

Im Zuge des syrischen Bürgerkriegs leisteten die israelischen Streitkräfte mehrfach humanitäre Hilfe. Unter anderem bargen sie im Februar 2013 verwundete Kämpfer der FSA an der syrisch-israelischen Grenze auf dem Golan bei Majdal Schams. Sie wurden notversorgt und im Krankenhaus Zefat/Safed im westlichen Galiläa untergebracht. In der Folge wurde in unmittelbarer Grenznähe ein Feldlazarett zur Versorgung syrischer Verwundeter eingerichtet.[153]

Auch Kämpfer der Terrororganisationen Al-Nusra-Front und al-Qaida wurden medizinisch versorgt.[154]

Nach dem Erdbeben in Nepal 2015 wurde eine 260-köpfige Hilfsdelegation zur Versorgung der Verletzten entsandt.[155][156]

Nach dem Dammbruch von Brumadinho in Brasilien wurden am Ende Januar 2019 130 israelische Soldaten dorthin entsandt, um mit speziellen Sonargeräten nach Vermissten in den Schlammmassen zu suchen.[157]

Harpoon-Flugkörper

Israel ist nicht Vertragspartner des Atomwaffensperrvertrages. Es wird weithin vermutet, dass es über Kernwaffen verfügt.[158]

Heute geht man davon aus, dass Israel über rund 200 Kernsprengköpfe verfügt. Der israelische Atomtechniker Mordechai Vanunu veröffentlichte etliche Einblicke in das israelische Kernwaffenprogramm, wofür er angeklagt und verurteilt wurde. In den 1970er-Jahren habe es eine geheime gemeinsame Atomwaffenforschung mit Südafrika gegeben.[159]

Die offizielle Politik der Regierung ist, diese Frage nicht zu kommentieren, also den Besitz weder zuzugeben noch ihn abzustreiten. Ein Interview im Dezember 2006, in dem Premierminister Ehud Olmert in einer Aufzählung von Atommächten neben Frankreich, den USA und Russland auch Israel nannte, wurde von der internationalen Presse als indirektes Eingeständnis für einen israelischen Atomwaffenbesitz und gleichzeitig als Drohung und Replik in Richtung Iran gewertet.[160]

Die militärische Fachwelt geht davon aus, dass Israel sowohl über Bomben- als auch Raketensprengköpfe verfügt. Besonders interessant dabei sind die möglichen Kernwaffenträger an Bord der sechs in Deutschland gebauten Dolphin-Klasse-U-Boote, die sowohl die israelischen Marschflugkörper Popeye Turbo als auch AGM-84 Harpoon-Raketen und Raketen mittlerer Reichweite russischer Bauart abfeuern können.

Chemische und biologische Waffen

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Israel hat die Chemiewaffenkonvention nicht ratifiziert.[161] Auch die Biowaffenkonvention hat Israel nicht ratifiziert.[162] Als Forschungseinrichtung im biologischen und chemischen Bereich dient das Israel Institute for Biological Research, das 1952 gegründet wurde. Sie ging aus der 1948 gebildeten Einheit „Hemed Beit“ für biologische Kriegsführung mit Sitz in Jaffa hervor.[163]

Beim Absturz des Frachtfluges El-Al-Flug 1862 in Amsterdam am 4. Oktober 1992 befanden sich auch 240 Kilogramm der Chemikalie Dimethylmethylphosphonat für das Israel Institute for Biological Research an Bord, die unter anderem als Ausgangsstoff für das Nervengift Sarin verwendet werden kann.[164]

Bill Richardson, Staatssekretär des US-Verteidigungsministeriums unter Reagan und Bush, erklärte 1998, dass er keine Zweifel an israelischen Entwicklungen von chemischen und biologischen Waffen habe:[165] „I have no doubt that Israel has worked on both chemical and biological offensive things for a long time. (…) There’s no doubt they’ve had stuff for years, but getting anybody to say anything publicly about it is going to be pretty hard.“

Wissenschaftler der Swedish Defence Research Agency kamen im Dezember 2005 zu der Feststellung, dass es nicht möglich sei, zu sagen, ob die in der Vergangenheit entwickelten Kapazitäten für chemische und biologische Waffenprogramme noch aktiv sind.[163] „Israel has developed offensive chemical and biological warfare (CBW) capabilities in the past, but it has not been possible to conclude if these offensive programs still remain active.“

Tavor X95
Soldat mit M4
Negev

Als eine der Standardinfanteriewaffen wird das Sturmgewehr TAVOR in den Varianten TAR-21 und X95 verwendet, welches von Israel Weapon Industries (IWI) zusammen mit dem Verteidigungsministerium entwickelt wurde und die IDF von Waffenimporten aus dem Ausland unabhängig machen sollte. Die Waffe wurde ab Anfang der 2000er Jahre bei regulären Infanterietruppen in Dienst gestellt und im Laufe des Jahrzehnts schrittweise in immer mehr Truppenverbänden integriert, ab 2012 auch bei den Reserveeinheiten.[166][167][168] Zusätzlich zur TAVOR verwenden die IDF auch in großer Stückzahl Sturmgewehre des US-amerikanischen Typs M4 bzw. AR-15 unterschiedlicher Hersteller und teilweisen Umbauten aus M16-Gewehren.[169][170] M4-Nachbauten werden in Israel von IWI unter der Bezeichnung ARAD und von EMTAN Karmiel unter der Bezeichnung MZ-4 produziert.[171][172]

Im August 2024 veröffentlichte das israelische Verteidigungsministerium eine Ausschreibung für die Lieferung von optional 20.000 in Israel hergestellten M4-Sturmgewehren an die IDF, welche schrittweise die TAVOR-Gewehre ersetzen sollten. Die neue Ausschreibung war Teil einer umfassenderen Politik, die darauf abzielt, Israels Abhängigkeit von Waffen- und Rüstungsimporten zu verringern und eine teilweise Produktionsunabhängigkeit des Landes zu gewährleisten.[173] Nachdem anfangs der wenig bekannte Hersteller ARI Arms den historischen Zuschlag mit einem Auftragsvolumen von rund 100 Millionen Schekel (etwa 26 Millionen US-Dollar) erhalten hatte, gab das Verteidigungsministerium im Februar 2025 bekannt, dass die Ausschreibung aufgrund von Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren zurückgezogen werden musste.[174][175][176]

Als Standardmaschinengewehr werden von den IDF Modelle der Negev-Reihe (Negev 5, Negev 7, Negev Ultra) verwendet. Mit dem Negev Arbel wurde 2024 ein computergesteuertes Schusswaffensystem vorgestellt, welches mittels komplexer Algorithmen und eines elektronischen Abzugs, vergleichbar eines integrierten Feuerleitsystems, funktioniert. Diese Technik soll in Zukunft auch in anderen Waffensystemen zum Einsatz kommen.[177][178]

Die legendären Uzi-Maschinenpistolen wurden ab Beginn der 1980er Jahre nach und nach aus dem Frontdienst genommen und 2003 auch bei den letzten Reserveverbänden ausgemustert.[179][180]

Scharfschützengewehre

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Rekrutierung und Ausbildung

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Beduinen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte

Für als tauglich befundene israelische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen gilt eine allgemeine Wehrpflicht ab dem vollendeten 18. Lebensjahr in der Höhe von 36 Monaten für Männer und 24 Monaten für Frauen. Befreiungen vom Wehrdienst sind für israelische Araber, Verheiratete, Mütter, Schwangere und religiöse Frauen, die vom israelischen Rabbinat anerkannt werden, möglich. Rechtlich ist es nur Frauen gestattet, den Kriegsdienst aus Gewissensgründen zu verweigern und einen zivilen Ersatzdienst (sherut leumi) zu leisten.[181] Für Juden, die religiöse Studien in einer entsprechenden Studieneinrichtung (Jeschiwa) mit dem Militärdienst kombinieren wollen, wurden kombinierte Programme namens Hesder eingerichtet. Die Befreiung ultraorthodoxer Juden (Haredim) von der Wehrpflicht war jahrzehntelang ein Streitthema in der israelischen Gesellschaft. Jedem, der Vollzeit an einer Jeschiwa studierte, war es möglich, nicht beim Militär zu dienen. Diese Studenten wurden zwar in Rekrutierungszentren einberufen, erhielten dort jedoch einen jährlichen Dienstaufschub, der mit 26 Jahren zu einer vollständigen Befreiung vom Militärdienst führte. Mit Auslaufen des Wehrdienstgesetzes Ende Juni 2023 und nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 25. Juni 2024 gab es keine Rechtsgrundlage mehr, um bei der Einberufung zwischen Jeschiwa-Studenten und anderen jüdischen Israelis gleichen Alters zu unterscheiden.[182] 2024 wurden rund 70.000 männliche Haredim als wehrpflichtig eingestuft. Zwischen Juli 2024 und März 2025 wurden in mehreren Wellen 10.000 Wehrdienstbefehle an Mitglieder der Haredim-Gemeinde versandt, worauf sich jedoch nur 177 zum Militär meldeten.[183]

Aufgrund des Gleichstellungszusatzes zum Wehrdienstgesetz ist das Recht der Frauen, in jeder Funktion in der israelischen Armee zu dienen, dem Recht der Männer gleichgestellt. Bei militärischen Vereidigungszeremonien können Soldaten einen Eid auf den Tanach, die Bibel oder den Koran ablegen.[184]

Dauer des Wehrdienstes

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Die Wehrpflicht für Männer wurde 2015 von 36 auf 32 Monate verkürzt, während für Frauen weiterhin eine Dienstpflicht von 24 Monaten galt, ausgenommen bei freiwilliger Meldung zu einer Einheit, die eine längere Dienstzeit erfordert. Die Wehrpflichtdauer von 36 Monaten hatte zuvor seit 1995 gegolten.[185] Ebenfalls 2015 einigten sich Verteidigungs- und Finanzministerium auf einen Fünfjahresplan, der die Wehrpflicht für Männer auf 30 Monate verkürzen sollte. Dies hätte Einsparungen im Verteidigungshaushalt und einen früheren Berufseinstieg der Soldaten ermöglicht, was laut Finanzministerium die Wirtschaft unterstützt hätte. Die Armee lehnte das Vorhaben mit der Argumentation ab, dass eine weitere Verkürzung der Dienstzeit die militärische Stärke der Soldaten in den Feldeinheiten, die Qualität sowie Intensität der Ausbildung und vor allem die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte schädigen würde. Im März 2022 stimmte die Knesset für die Verschiebung des im Juli 2021 eingeführten Vorhabens auf Juli 2024 und begründete dies mit Personalmangel beim Militär, der die Fähigkeiten der Einheiten zur Erfüllung ihrer Aufgaben und Einsatzbereitschaft beeinträchtigen würde.[186][187]

Aufgrund der hohen Kriegsbelastung in Gaza und dem Südlibanon verabschiedete die Knesset im Juli 2024 einen bis 30. Juni 2029 befristeten Gesetzesentwurf, der eine Verlängerung der Wehrpflicht für Männer auf erneut 36 Monate vorsah.[188]

Reservisten der 228. Infanteriebrigade „Alon“ (2024)
Reserveoffiziere bei einer Fallschirmübung
Reservesoldaten der Alpinisteneinheit

Israel verfügt über eine relativ kleine stehende Armee. Diese operiert mit der Maßgabe, dass die Regierung im Kriegsfall Reserven zur Verstärkung der Streitkräfte mobilisiert, was in bislang jedem israelischen Konflikt der Fall war. Laut Statistiken aus dem Jahr 2016 machten Reservisten etwa 71 Prozent der gesamten Truppenstärke der IDF aus; nach Eigendarstellung der IDF bilden die Reservetruppen daher die zentrale Säule der Stärke und Macht der israelischen Streitkräfte und des Staates Israel.[189] Israelis, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, werden der militärischen Reserve (Sherut Milu’im) zugeteilt, um im Einsatzfall die regulären Truppen zu verstärken bzw. zu entlasten. Einige Reservisten werden denselben Einheiten zugeteilt, in denen sie während ihres regulären Militärdienstes gedient haben, andere wiederum speziellen Reserveeinheiten. Zum Erhalt ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten werden Reservisten jährlich zu Übungs- und Ausbildungszwecken einberufen, wobei unter Berücksichtigung auf die persönliche bzw. wirtschaftliche Situation freiwillige Meldungen für bestimmte oder längere als die gesetzlichen Dienstzeiten, oder auch befristete und dauerhafte Befreiungen möglich sind. Nachdem die Dienstdauer von Reservisten nach dem Wehrdienstgesetz festgelegt wurde und im Laufe der Jahre Änderungen unterworfen war, wurde 2008 durch die Knesset erstmals das Reservedienstgesetz verabschiedet, das die Dienstdauer auf der Grundlage von Dreijahresberechnungen festlegte; einfache Soldaten leisten bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres alle drei Jahre bis zu 54 Tage Reservedienst, was 18 Tagen im Jahr entspricht. Bei Soldaten in Kommandofunktionen, die keine Offiziere sind, erhöhen sich die dreijährig abzuleistenden Diensttage auf 70, während Offiziere alle drei Jahre bis zu 84 Tage einberufen und erst mit dem Erreichen des 45. Lebensjahres von weiteren Einberufungen befreit werden. Es obliegt den IDF, festzulegen, wie diese Tage im Laufe der drei Jahre aufgeteilt werden. Reservisten dürfen nicht mehr als 25 Tage durchgehend im Einsatz sein und nicht mehr als einmal innerhalb von drei Jahren zu Einsätzen herangezogen werden, es sei denn, der Verteidigungsminister erlässt per Dekret, dass mehr als eine Einberufung erforderlich ist. Darüber hinaus ist der Verteidigungsminister befugt, Berufe und Funktionen festzulegen, die eine längere Reservedienstzeit erfordern, beispielsweise wenn die Tätigkeit eine längere Ausbildung nötig macht. Der Verteidigungsminister hat die Befugnis, das Ausschlussalter für bestimmte Funktionen und Berufe auf 49 Jahre festzusetzen. Unabhängig davon dürfen Reservisten innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 108 Tage Dienst leisten. Nachdem sich die Bedrohungen gegen Israel – von großen nationalen Armeen hin zu kleineren nichtstaatlichen Akteuren – verlagert haben, reduzierten die IDF 2016 ihre Reservestreitkräfte um 20 Prozent und legten größeren Wert auf die Ausbildung ihrer verbleibenden Reservisten. Männer stellten zu diesem Zeitpunkt mit etwa 84 % den Großteil der Reserve.[190] 2017 leisteten Reservisten insgesamt 2.078.660 Tage Dienst und das Durchschnittsalter der Soldaten lag bei etwa 32 Jahren. Als „aktiver“ Reservesoldat gilt, wer in den vorangegangenen drei Jahren insgesamt 20 Tage Reservedienst oder mehr abgeleistet hat. Im Mai 2023 wurde die Zahl der „aktiv“ in der Reserve dienenden Soldaten mit 130.000 angegeben.[191][192][193]

Im Zuge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kam es zur größten Einberufung von Reservisten in der Geschichte Israels – insgesamt fast 300.000 - wobei einige Einheiten ihre Sollstärken um bis zu 50 Prozent überschritten, da viele Reservisten zum Dienst erschienen, obwohl sie keinen formellen Einberufungsbefehl erhalten hatten. Aufgrund des anhaltenden Krieges in Gaza und der ab Ende September 2024 einsetzenden Bodenoffensive im Südlibanon erschienen laut Verteidigungsministerium vom November 2024 bis zu 25 Prozent der einberufenen Soldaten der Reserve nicht oder nicht mehr zum Dienst; als Gründe wurden Überlastung, Trennung von den Familien, sowie Verlust und drohender Verlust des Arbeitsplatzes oder Studiums genannt. Darüber hinaus war es zu einer allgemeinen Verärgerung darüber gekommen, dass es dem Staat nicht gelungen war, Soldaten aus der ultraorthodoxen Gemeinde zu rekrutieren, was dienende Reservesoldaten als Gefühl der Benachteiligung empfanden.[194] Die Regierung versuchte mit weitreichenden Unterstützungen und Verbesserungen, dem Personalmangel entgegenzuwirken bzw. den Dienst in der Reserve zu attraktiveren. Neben der Punkteanrechnung auf Studienleistungen, kam es zur Beschließung von Vergünstigungen und Absicherungen für Reservesoldaten und deren Angehörige, wie der Entlastung bei kommunalen Grundsteuern und Stromtarifen, finanziellen Entlastungen von Elternteilen und Verlängerungen von Elternzeit, Kündigungsschutz beim zivilen Arbeitgeber, sowie finanziellen Zuwendungen und Belohnungen für gewisse Verpflichtungszeiträume und Einsätze in Kampfeinheiten, darunter Urlaubsgutscheine und Zuschüsse für Grunderwerb. Der Gesetzesentwurf sieht auch eine bevorzugte Behandlung von Reservisten beim Grunderwerb, bei der Zulassung zum Studium und bei der Beschäftigung im öffentlichen Dienst vor.[195][196][197][198][199] Ein im März 2025 vom Verteidigungs- und Finanzministerium vorgestellter Plan sieht auch die Einführung einer persönlichen digitalen Geldbörse vor, die auf der Grundlage der Anzahl abgeleisteter Reservetage, mit Steuergutschriften, Arbeitgeberzuschüssen und Sonderzuschüssen aufgeladen werden soll. Eine neu geschaffene Abteilung im Verteidigungsministerium soll mit Regierungsstellen zusammenarbeiten, um Gesetze, Regierungsentscheidungen und Partnerschaften mit lokalen Behörden und dem privaten Sektor voranzutreiben, mit dem Ziel, die Rechte und Leistungen der Reservisten weiter zu verbessern.[200]

Ab Dezember 2023 beschloss die Regierung aufgrund des Personalmangels als Übergangslösung eine Verlängerung des Dienstbefreiungsalters für Reservisten um jeweils ein Jahr[201], im Gegenzug wurden die dreijährigen Verpflichtungstage von 54 auf 42 Tage (einfache Soldaten), bzw. von 70 auf 48 Tage (Kommandeure) und 84 auf 55 Tage (Offiziere) reduziert. Damit verbunden war jedoch eine Erhöhung der Anzahl der Tage, die Reservisten ununterbrochen in „operativen Aktivitäten“ dienen, von 25 auf 40 Tage. Zudem kam es zur erneuten Einberufung von Reservisten, die zuvor aufgrund von Personalabbau vom Dienst freigestellt worden waren und noch nicht das Entlassungsalter erreicht hatten. Diese Maßnahme betraf etwa 15.000 Soldaten.[202][203][204][205]

Freiwilliger Dienst

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Eine israelische Soldatin verleiht einer Sar-El-Freiwilligen die Schulterklappen (Negev, April 2005)

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte sind eine klassische Wehrpflichtigenarmee. Trotzdem kann man sich auch über den Grundwehrdienst hinaus dort verpflichten. Für jüdische Nicht-Israelis im Alter von 18 bis 23 Jahren besteht daneben die Möglichkeit, freiwillig für 14,5 Monate zu den so genannten Machal-Einheiten der Streitkräfte zu gehen. Jüdische und nichtjüdische Freiwillige aus dem Ausland können auch über das Sar-El-Programm für eine kurze Zeit Dienst ohne Waffe leisten. Zahlreiche Reservisten leisten auch über die Altersgrenze für den verpflichtenden Reservedienst hinaus freiwillig Reservedienst.

Die Initiative Gleichheit in Uniform ermöglicht es Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, wie das Asperger-Syndrom, Trisomie 21, auf einen Rollstuhl angewiesen oder taub sind und aus diesem Grund keinen regulären Dienst absolvieren können, trotzdem in der Armee zu volontieren.[206]

MG-Schützin der Infanterie
Soldatin der Panzertruppe
Pilotinnen der Luftwaffe
Soldatin der Marine

Israel ist eines der wenigen Länder weltweit mit Wehrpflicht für Frauen, welche bereits im Jahr der Staatsgründung 1948 eingeführt wurde und 24 Monate dauert. Taugliche Frauen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr werden zum Wehrdienst einberufen, wobei verheiratete Frauen, Mütter, Schwangere, arabische Staatsbürgerinnen und religiöse Frauen, die eine Erklärung eines Rabbinats erhalten, vom Wehrdienst befreit sind. Eine Befreiung aus Gewissensgründen ist ebenfalls möglich, wobei die Beweggründe seit 2004 vor einer Kommission dargelegt werden müssen. Viele Frauen, die vom Militärdienst befreit sind, entscheiden sich für den einjährigen Nationaldienst Sherut Leumi, der beispielsweise in Schulen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen abgeleistet werden kann.[207][208][209]

Seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofes 1995 und einer Novellierung des Wehrdienstgesetzes im Jahr 2000 steht Frauen theoretisch jede Position in den IDF offen, nachdem Frauen zuvor vorwiegend in Unterstützungseinheiten eingesetzt worden waren. 2022 waren bereits schätzungsweise 90 Prozent der Positionen und Funktionen in den IDF für Frauen geöffnet, darunter in Kampfeinheiten der Luftwaffe, Marine, der Luftverteidigung, im Grenzschutzkorps, im Artilleriekorps und bei der Militärpolizei. Ebenso kam es zu einem Anstieg der Offiziersfunktionen, wobei beispielsweise 2022 Brigadegeneralin Naama Rosen-Greenberg zur obersten Militärberaterin des Präsidenten, sowie Oberst Reut Rettig-Weiss zur ersten Brigadekommandeurin einer Kampfeinheit ernannt worden waren. Eine Besonderheit bilden die gemischtgeschlechtlichen Infanterieeinheiten der Paran-Brigade des Südkommandos mit einem Frauenanteil von bis zu 70 Prozent, welche in erster Linie die Grenzen Israels zu Jordanien und Ägypten absichern. Bislang kam es zur Aufstellung von vier gemischtgeschlechtlichen Einheiten in Bataillonsgröße; „Caracal“ (2004), „Lions of Jordan“ (2014), „Bardelas“ oder auch „Cheetah“ (2015) und „Lions of the Valley“ (2017).[210] 2022 wurde im „Caracal“-Bataillon die erste, ausschließlich mit Frauen besetzte Panzerkompanie der IDF aufgestellt. Die mit Kampfpanzern des Typs Merkava 4 ausgestattete Einheit nahm an den Kämpfen gegen die Hamas am 7. Oktober 2023 teil, wobei es sich laut IDF um den ersten Kampfeinsatz weiblicher Panzerbesatzungen der Kriegsgeschichte gehandelt haben könnte.[211][212] Erst nach Entscheidungen vor dem Obersten Gerichtshof konnten im März 2023 die ersten Frauen in die Kampfpioniereinheit Jahalom und im November 2023 die ersten Frauen in die elitäre Kampfsuch- und Rettungseinheit 669 eintreten, während im November 2024 die erste Frau das Auswahlverfahren zur Aufnahme in die Ausbildung für die Kommandoeinheit Sajeret Matkal bestand.[213][214][215][216][217][218][219]

Die Frage des Frauendienstes in Kampfeinheiten ist seit Jahrzehnten im Gespräch und weist eine lange Geschichte von Gerichtsverfahren und militärischen Pilotprogrammen auf.[220] Kritiker, darunter Mediziner, Beamte, Politiker, Rabbiner und laut Umfragen auch ein Teil der Bevölkerung lehnen den Einsatz von Frauen in Kampfpositionen ab. Als Begründungen dafür wurden in der Vergangenheit die hohen körperlichen und psychischen Anforderungen von Kampfeinsätzen, Aspekte der Hygiene und Sittsamkeit, sowie die Bedenken hinsichtlich einer sexuellen Misshandlung von Soldatinnen im Falle einer Gefangennahme angegeben; letzteres hatte bereits 1948 zum Abzug von Frauen aus Kampfpositionen geführt.[221][222][223][224][225] Das Militär betonte, dass es noch nicht in der Lage sei, die professionellen, verantwortungsvollen und fundierten Schlussfolgerungen zu ziehen, die für Entscheidungen über den Einsatz von Frauen in Kampfrollen wie schweren Infanteriebrigaden erforderlich sind.[226]

Ein 2022 veröffentlichter Bericht der staatlichen Rechnungsprüfung stellte fest, dass etwa ein Drittel der Soldatinnen, die im vergangenen Jahr ihren Pflichtdienst ableisteten, mindestens einmal sexuell belästigt wurden.[227][228]

1993 wurden – unterstützt von Ministerpräsident Rabin – Homosexuelle durch die Änderungen der Militärvorschrift K-31-11-01[229] grundsätzlich zum Dienst in allen Einheiten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte zugelassen. Im August 2013 wurde die erste Transfrau zum israelischen Militär eingezogen.[230] Eine steigende Anzahl von Soldaten bekennt sich zu ihrer sexuellen Orientierung, und Repressalien sind gering, so dass das Palm Center in Kalifornien in einer Studie insgesamt keinen Rückgang der Kampfkraft feststellen konnte.[231] Diese Thematik greift auch der Film Yossi & Jagger aus dem Jahr 2002 auf. Der Fortsetzungsfilm Yossi (2012) (mit demselben Schauspieler) zehn Jahre danach reflektiert die voranschreitende Liberalisierung im Umgang mit sexuellen Minderheiten in der israelischen Armee.

Hila Peer, Vorsitzende von Aguda – der Vereinigung für Gleichberechtigung der LGBTQ+ in Israel – und Leiterin der Gesetzgebungsbemühungen zur Gleichberechtigung der Community teilte im Januar 2024 mit, dass die israelischen Streitkräfte zweifellos zu den fortschrittlichsten Organisationen in Israel zählen würden, was die Akzeptanz von LGBTQ-Personen angeht.[232] Kurz zuvor, im November 2023 hatte die Knesset (Parlament) mit einer Gesetzesänderung den hinterbliebenen Partnern gefallener IDF-Soldaten, einschließlich derer aus gleichgeschlechtlichen Beziehungen, das Recht auf finanzielle, soziale und psychologische Unterstützung eingeräumt; eine Leistung, die ihnen zuvor unter der seit den 1950er Jahren unveränderten Gesetzgebung verweigert worden war.[233][234]

Nach einer im internationalen Vergleich harten Grundausbildung werden den Soldaten mehr Freiheiten gelassen als in anderen Armeen. So gibt es eine Anzugordnung, die aber nicht immer zwingend eingehalten werden muss. Das Tragen privaten Schuhwerkes im Dienst ist zum Beispiel erlaubt, so lange es schwarz ist. Militärisches Grüßen ist eher unüblich, Vorgesetzte gehen mit auf Wache, viele der Offiziere sind Wehrpflichtige und bekommen nur geringfügig höheren Sold als die Mannschaften. Auf allen Militäreinrichtungen herrscht jedoch ein striktes Alkoholverbot.

Mit dem „Gedenktag für die Gefallenen der Feldzüge Israels und die Opfer der Akte des HassesJom haZikaron wurde ein eigener nationaler Feiertag eingerichtet. Er liegt einen Tag vor dem israelischen Unabhängigkeitstag. Seit der Gründung des Staates bis zum Feiertag 2002 sind 21.182 Israelis gefallen.[235]

Es gibt neun Auszeichnungen für Soldaten, die in bestimmten bewaffneten Konflikten kämpften: Im[236]

  • Unabhängigkeitskrieg 1948/49
  • Sinaifeldzug 1956
  • Sechs-Tage-Krieg 1967
  • Zermürbungskrieg 1967 bis 1970
  • Jom-Kippur-Krieg 1973
  • Ersten Libanonkrieg 1982
  • Zweiten Libanonkrieg 2006
  • Operation „Starker Fels“ im Gazastreifen 2014
  • vom September 1982 bis Mai 2000 besetztem Südlibanon. Diese Auszeichnung kann auch an Angehörige der damaligen Südlibanesischen Armee verliehen werden.

Zur Vorgeschichte der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte siehe Geschichte der jüdischen Streitkräfte in Palästina

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte wurden am 31. Mai 1948 gegründet und gingen aus Untergrundorganisationen im Jischuw, der jüdischen Gemeinschaft in Palästina vor der Gründung des Staates Israel, hervor. Die größten Gründungskontingente stammten insbesondere aus der Hagana und dem Palmach, die gegen die britische Mandatsmacht in Palästina kämpften. Auch die paramilitärischen Teile der mit der Hagana rivalisierenden Irgun und Lechi wurden in die Armee eingegliedert.

Die Gründung fand in den Wirren des seit 1947 schwelenden Arabisch-Israelischen Krieges statt, als die konkurrierenden jüdischen Organisationen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit für das gemeinsame zionistische Anliegen erkannten. Zu diesem Zeitpunkt waren die auf dem Papier technisch und organisatorisch weit überlegenen Armeen Transjordaniens, des Irak, des Libanon, Ägyptens und Syriens als Reaktion auf die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 eingefallen. In der Gründungsphase hatte die israelische Armee folgende Stärke:[237]

  1. Golani-Brigade (4100 Mann)
  2. Carmeli-Brigade (2300 Mann)
  3. Alexandroni-Brigade (3600 Mann)
  4. Kiryati-Brigade (2500 Mann)
  5. Givʿati-Brigade (2300 Mann)
  6. Etzioni-Brigade (3300 Mann)
  7. Mechanisierte Brigade
  8. Panzer-Brigade
  9. Oded-Brigade
  10. Yiftah-Brigade
  11. Harel-Brigade
  12. Hanegev-Brigade

Dem Hauptquartier waren Artillerie, Pioniere und Luftwaffe direkt unterstellt. Die 1. bis 6. Brigade zählten zum Hel Sadeh, einer Art Territorialheer aus Teilzeitsoldaten mit Kommandeuren aus den Reihen von Palmach. Die 7. bis 9. Brigade war unmittelbar aus Palmach hervorgegangen und bildeten die Kerntruppen, zählten zusammen 3100 Mann.[237] Die Panzer-Brigade, von deren beiden Bataillonen das eine (das 82.) zwei Kompanien stark war, besaß als Anfangsbestand zwei gestohlene Cromwell-Panzer.[238] Zu diesen rund 25.000 Mann kam noch einmal die gleiche Zahl an Angehörigen des Chel ha-Mischmar (hebräisch חֵיל הַמִּשְׁמָר Chejl ha-Mischmar, deutsch ‚Wachkorps‘), doch für alle standen zu Beginn des Krieges nur 10.000 Gewehre, 400 leichte und 180 mittlere Maschinengewehre sowie eine Handvoll Revolver und Maschinenpistolen zur Verfügung. An Artillerie konnte Israel neben 763 Granatwerfern nur zwei 65-mm-Kanonen aus dem 19. Jahrhundert mit wenig Munition ins Feld führen.[239]

Mit Waffenlieferungen aus der Sowjetunion[240] und insbesondere der Tschechoslowakei (Sturm- und Maschinengewehre, sowie 25 Avia S-199-Jagdflugzeuge)[241] sowie jüdischen und nichtjüdischen Freiwilligen aus fast der ganzen Welt (wie David Marcus) gelang es den Israelischen Verteidigungsstreitkräften, den arabischen Armeen Einhalt zu gebieten und nach und nach zur Offensive überzugehen. Der Krieg endete zwar mit dem militärischen Sieg Israels, das fortan innerhalb der so genannten „Grünen Linie“ existierte. Statt eines Friedensvertrages wurden 1949 vier separate Waffenstillstandsabkommen geschlossen, weil die Kriegsgegner Israel die staatliche Anerkennung verweigerten.

Während der Sueskrise beteiligte sich Israel an dem britisch-französischen Versuch, die Kontrolle über den verstaatlichten Sueskanal zurückzuerlangen und den Sturz Gamal Abdel Nassers herbeizuführen. Zwar gelang es Israel, weite Teile der Sinai-Halbinsel unter seine Kontrolle zu bringen, es musste diese jedoch nach dem politischen Scheitern der anglo-französischen Intervention wieder räumen.

Auf einem Geheimtreffen vom Generaldirektor im Verteidigungsministerium Schimon Peres und dem bundesdeutschen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß im Spätsommer 1957 in Bonn bekannte sich Strauß zur Verantwortung Deutschlands für das Überleben des von feindlichen Nachbarn in seiner Existenz bedrohten jüdischen Staates und stellte Rüstungshilfen samt Finanzierung in Höhe von 300 Millionen Deutsche Mark in Aussicht. Dies war acht Jahre vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Staaten der Beginn einer Verteidigungskooperation, die bis heute fortbesteht. Israel wollte mit dem Rüstungsgeschäft unabhängiger von Frankreich werden.[242][243]

Als Nasser 1967 die Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt sperrte, den Abzug der UN-Truppen vom Sinai erzwang und mit 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an den Grenzen Israels aufmarschierte, eröffnete dieses den Sechstagekrieg mit einem Präventivschlag der israelischen Luftstreitkräfte gegen ägyptische Luftwaffenbasen, der einem befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorkommen sollte. Obwohl Jordanien und Syrien dennoch in die Kämpfe eingriffen, kontrollierte Israel bei Eintritt des Waffenstillstandes den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem.

Im Jom-Kippur-Krieg im Jahre 1973 konnten mit modernem sowjetischen Material ausgestattete ägyptische und syrische Truppen in einem Überraschungsangriff beachtliche Geländegewinne erzielen und brachten Israel so in eine existenzbedrohende Lage. Die israelischen Materialverluste wurden durch die USA in der Operation Nickel Grass weitgehend kompensiert. Eine Gegenoffensive unter dem Befehl Ariel Scharons führte schließlich zum Zusammenbruch des ägyptischen Angriffs.

Jüngere Entwicklung

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Im Norden kam es immer wieder zu bewaffneten Konflikten mit verschiedenen militanten Gruppen im Libanon, von denen die Hisbollah bis heute mit Israel einen Konflikt niedriger Intensität führt (siehe Operation Litani, Libanonkrieg 1982, Operation Verantwortlichkeit, Operation Früchte des Zorns und Libanonkrieg 2006).

In den besetzten Gebieten trat nach Erster und Zweiter Intifada zumindest im Westjordanland eine gewisse Beruhigung ein, während nach der Räumung des Gazastreifens 2005 dort regelmäßig die Konfliktspirale eskaliert (siehe Operation Gegossenes Blei, Operation Wolkensäule und Operation Protective Edge).

Dem israelischen Militär wird vorgeworfen, in den besetzten Gebieten für verschiedene Rechtsverletzungen verantwortlich zu sein, nachdem der als moderat geltende Generalstabschef Gadi Eizenkot in den Ruhestand verabschiedet worden war. Zunächst soll es die Vertreibung und Landnahme durch radikale israelische Siedler im Westjordanland seit dem Jahr 2019 ignoriert oder toleriert haben. Später dann beteiligten sich teilweise israelische Soldaten nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 an der Vertreibung von Palästinensern aus dem Westjordanland.[244] Im Frühjahr 2024 verhängten die USA deswegen Sanktionen gegen das Netzah-Yehuda-Bataillon der Kfir-Brigade.[245] Während des Kriegs in Israel und Gaza sollen sich die israelischen Streitkräfte teilweise der Desinformation bedient haben, um ihre Propaganda zu stützen.[246]

Während des Gaza-Kriegs setzte das israelische Militär unter anderem palästinensische Gefangene als menschliche Schutzschilde ein.[247] Zunächst berichtete Al Jazeera im Juni 2024 von einem Fall in Dschenin, anschließend die israelische Tageszeitung Haaretz über eine Reihe von Fällen im Gazastreifen.[248][249] Im August berichteten zwei Militärkorrespondenten von Haaretz ausführlich über die Praxis der israelischen Truppen, gefangene palästinensische Zivilisten in israelische Uniformen zu kleiden, zu fesseln und in zerstörte Häuser und Tunnel vorauszuschicken, in denen sie Sprengfallen vermuten. Die israelische Armee gab nach wachsender internationaler Kritik an, das Vorgehen entspräche nicht den »Richtlinien der IDF und den Erwartungen an ihre Soldaten«.[247] Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem berichtet seit vielen Jahren über diese Praxis.[250]

Sherman-Panzer auf der Gedenkstätte Ammunition Hill (jordanische Schlüsselstellung während der Kämpfe um Ost-Jerusalem 1967)
Ein Merkava-Panzer der israelischen Verteidigungsstreitkräfte während des Libanonkrieges 1982
Israelische Soldaten kehren 2006 aus dem Einsatz im Libanon zurück
Merkava-Kampfpanzer im Einsatz während der Operation Protective Edge im Gazastreifen Juli 2014
Datum Name Bemerkung
1948–1949 Unabhängigkeitskrieg
1951–1953 Grenzkonflikte
1956 Sueskrise
5.–10. Juni 1967 Sechstagekrieg
1968 Schlacht von Karame Angriff auf das Hauptquartier der Fatah in Jordanien
1968 Operation Gift Vergeltungsangriff auf den Flughafen Beirut, Zerstörung von 13 Flugzeugen
1969–1970 Abnutzungskrieg mit Ägypten
1972–1973 Operation Frühling der Jugend Vergeltung für die Geiselnahme von München während der Olympiade
1973 Jom-Kippur-Krieg
1976 Operation Entebbe Geiselbefreiung in Uganda
1978 Operation Litani Besetzung des Südlibanon
1981 Operation Opera Zerstörung des irakischen Atomreaktors
1982 Operation Frieden für Galiläa 1. Libanonkrieg
1. Oktober 1985 Operation Wooden Leg Bombardierung des Hauptquartiers der PLO in Tunis, Tunesien
1987–1991 Erste Intifada
1993 Operation Rechenschaft im Südlibanon
1996 Operation Früchte des Zorns im Südlibanon
2000–2005 Zweite Intifada
2002 Operation Schutzschild im Westjordanland
2004 Operation Regenbogen im Gazastreifen
2004 Operation „Tage der Buße“ im Gazastreifen
2005 Israels einseitiger Abkoppelungsplan im Gazastreifen
2006 Operation Sommerregen im Gazastreifen
2006 Operation Richtungswechsel 2. Libanonkrieg
2006 Operation Herbstwolken im Gazastreifen
2008 Operation Gegossenes Blei im Gazastreifen
31. Mai 2010 Ship-to-Gaza-Zwischenfall
2012 Operation Wolkensäule im Gazastreifen
2014 Operation Protective Edge im Gazastreifen
2023 Operation Home and Garden Flüchtlingslager in Dschenin, Westjordanland
seit 2023 Operation Eiserne Schwerter als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel

Nach Angaben des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte wurden infolge der israelische Offensive im Gazastreifen über 120.000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, getötet oder verletzt.[251]

Commons: Israelische Streitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Israel Military Strength.Current military capabilities and available firepower for 2016 detailed Globalfirepower, zuletzt gesehen am 31. Januar 2017.
  2. International Institute for Strategic Studies (Hrsg.): The Military Balance 2021. 121. Auflage. Taylor & Francis, 2021, ISBN 978-1-03-201227-8, S. 344–346.
  3. 2025 Israel Military Strength
  4. Israeli Armed Forces (Manpower)
  5. The 10 Strongest Military Forces In The Middle East
  6. 2025 Israel Military Strength
  7. Middle East Military Strength (2025)
  8. What to know about Israel's military strength
  9. Israel ranks among 10 most powerful countries in annual list; 4th strongest military
  10. These Countries Have the Strongest Militaries
  11. How big is Israel’s military and how much funding does it get from the US?
  12. U.S. Security Cooperation with Israel
  13. IDF Mission Statement auf der offiziellen Website (Memento vom 2. November 2010 im Internet Archive)
  14. Einsatzdoktrin Israels (Memento vom 31. August 2009 im Internet Archive)
  15. To ensure its success, the IDF’s doctrine at the strategic level is defensive, while its tactics are offensive. – Quelle: GlobalSecurity.org über die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte.
  16. No Soldier Left Behind: The IDF’s Missing Persons Unit
  17. On This Day in 2011: Gilad Schalit released from Hamas captivity
  18. Israel weint um tote Soldaten
  19. Body of soldier Oron Shaul, killed and captured by Hamas in 2014, recovered from Gaza
  20. Ministry of Defense and IDF Headquarters
  21. Air force control center undergoes nuclear upgrade
  22. Liste der Generalstabschefs (Memento vom 18. Mai 2006 im Internet Archive) (englisch).
  23. Northern Command, IDF
  24. Central Command, IDF
  25. Southern Command Command, IDF
  26. Home Front Command, IDF
  27. @1@2Vorlage:Toter Link/www1.idf.il (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven) General Staff of the Israel Defense Forces (englisch; Stand: 16. Oktober 2023).
  28. Second only to Ukraine: The cost of Israel's defense burden
  29. Stockholm International Peace Research Institute: Military expenditure as a share of GDP, 2001–2007 (table) (Memento vom 15. Juli 2009 im Internet Archive), in: Stockholm International Peace Research Institute: Military Spending and Armament. Zugriff: 14. Juli 2009.
  30. Second lebanon War, budget priorities: Israel’s Defense Budget.: „Each of these two examples represents a possible saving of billions of shekels. The “right budget” is the budget that reflects the acceptable degree of risk and the alternative price (i. e., which “civilian” objectives would we have to forego to allow a solution to these threats.)“. Artikel von Giora Eiland auf CanadaFreePress.com vom 18. Juni 2007. Eingesehen am 17. Juli 2007.
  31. Second only to Ukraine: The cost of Israel's defense burden
  32. Israeli war spending in Gaza, Lebanon tops $30 billion in 2024 -Finance Ministry
  33. Budget Bill for 2025 approved in final readings
  34. 2025 state budget to increase defense spending, cut social services and education
  35. Increases to defense budget to cost Israeli households thousands
  36. IDF says Gaza offensive intentionally slow, aims at pressuring Hamas into releasing more hostages
  37. IDF co-ed battalion makes history by sending women troops to Gaza
  38. Meet the IDF's second co-ed battalion - the Lions of Jordan
  39. n exclusive look into the faces of the IDF’s Bedouin battalion: Gadsar 585
  40. In the silent footsteps of the Israeli army’s sharp-eyed Bedouin trackers
  41. Oketz Unit
  42. Alpinist Unit
  43. Sayeret Matkal
  44. Duvdevan Unit
  45. Maglan Unit
  46. Egoz Unit
  47. Yahalom Unit
  48. From the IDF to Hollywood: Krav Maga’s meteoric rise
  49. Learn How To Defend Yourself: Krav Maga 101
  50. Israeli Army Takes Delivery of 5th Generation Merkava Barak Main Battle Tanks
  51. Advanced sensors, high-tech helmet: Israel’s 5th generation battle tank revealed
  52. IDF steps up production of next gen troop carriers
  53. Israel announces serial production of new advanced ‘Eitan’ APC
  54. Defense Ministry delivers first new advanced ‘Eitan’ APCs to IDF’s Nahal Brigade
  55. First Israeli APC gets advanced missile defense
  56. Elbit Systems Iron Fist
  57. Northern fire: The Artillery Corps battalion defending the North
  58. Israeli Army deploys new Lahav multi-caliber MLRS against Hamas militants in Gaza Strip
  59. More combat engineers, mechanized infantry: IDF Ground Forces lays out future plans
  60. IDF to Establish Eastern Division to Strengthen Border With Jordan
  61. IDF to strengthen eastern border with new division
  62. IDF announces new light infantry division based on volunteer reservists
  63. Lessons of the Oct 7 disaster: IDF creates new reserve division, arms Lebanon border emergency squads
  64. Fortsetzung „der Wege der Makkabäer“: IDF vereidigt erste ultraorthodoxe Kampfbrigade
  65. Israeli Air Force
  66. About Israel Air Force
  67. IAF probe finds crew error to blame for F-16's downing by Syria
  68. IAF struck over 22,000 terror targets in Gaza since Oct. 7
  69. IAF strike kills 10 in Tammun area of West Bank
  70. IDF strikes Hezbollah weapons, rocket launchers across southern Lebanon
  71. IAF targets Syrian regime's military headquarters, radar systems in overnight raid
  72. IAF Strikes Houthi Targets in Yemen
  73. The Consequences of the IDF Strikes into Iran
  74. Israel has struck over 30,000 targets in Gaza and Lebanon since start of war, says IDF
  75. IDF releases footage of assassination of Nasrallah on day of funeral
  76. Six months later, Hamas officially admits Muhammad Deif killed by Israel
  77. Israel launches ‘preemptive’ strikes in Lebanon as Hezbollah fires back hundreds of rockets
  78. IDF says morning strike foiled most of Hezbollah attack, likely took out future threats
  79. F-15 jets play key role in Israel's military operations
  80. Israelische F-16I bekommen Update
  81. Entwicklungen an den F-35I Adir der israelischen Luftwaffe
  82. After 36 years, IAF retires last F-16 Netz fighter jets
  83. The Israeli Air Force's 20 Fighter Jets and Attack Helicopters
  84. Israel to procure third F-35 squadron, eventually bringing fleet to 75
  85. Seeking to strengthen its aerial superiority, Israeli Air Force receives 3 new F-35 fighter jets
  86. Defense Ministry signs $5.2 billion deal to buy 25 advanced F-15IA fighter jets
  87. “The Eagle That Never Went Down”! Why Israel Continues To Bet Big On F-15 Fighters That Are 50+ Years Old
  88. IAF attack helicopter pilots recount operations on October 7 in detail
  89. US Warms to Israel’s Apache Helicopter Request After Initial Denial
  90. IDF upgrades old helicopters, utilizes them for war amid lack of newer models
  91. Israel Air Force marking 50 years of Yasur helicopter operations
  92. Sikorsky to integrate Israeli systems on Israel’s CH-53K helicopters
  93. Black Hawk down: Helicopter that saved thousands crashes after 30 years of IDF service
  94. Our Best Look So Far Inside Israel’s Once Secretive 707 Tankers
  95. Structural Flaws in Boeing KC-46 Refueling Aircraft Further Delays it’s Delivery to Israeli Air Force
  96. New and Improved Israeli Hercules C-130HI
  97. IDF Hercules airplanes: Making history in the skies for 70 years
  98. Air Force declares its newest drone, ‘The Star,’ operational
  99. IDF tech innovation redefines the war in Gaza - analysis
  100. IDF issues tender for 5,000 Israeli-made attack drones
  101. Unit 669
  102. The Shaldag Unit
  103. Israeli Navy
  104. Larger, more powerful: Navy declares fleet of Sa’ar 6-class warships operational
  105. Eilat Sa'ar 5
  106. Sa'ar 5 class Missile Corvette
  107. Sa'ar 4.5 class Missile Boat
  108. Israeli Navy takes possession of its first new US-built landing craft
  109. Israeli Navy receives second of new US-built landing craft
  110. Israel Shipyards launches first Shaldag Mk V vessel for Israeli Navy
  111. SHALDAG-Class Fast Patrol Boat
  112. In first, missile launched from unmanned Israeli ship
  113. Rafael Develops 11m Protector
  114. Israelisches U-Boot in Kiel getauft
  115. Es geht demnach um den Kauf von drei U-Booten der neuen Klasse »Dakar«
  116. Israel Shipyards Begin Construction of Reshef-class Corvettes
  117. Shayetet 13
  118. How Israel's Iron Dome protects its cities
  119. IDF: 9,500 rockets fired at Israel since Oct. 7, including 3,000 in 1st hours of onslaught
  120. IDF ANNOUNCES RAFAEL’S C-DOME FIRST COMBAT INTERCEPTION OF HOSTILE TARGET AT SEA
  121. DAVID’s SLING Interceptor
  122. New David’s Sling anti-missile system protects Israel from long-range threats
  123. David's Sling intercepts rocket from Lebanon for first time
  124. IDF announces first use of David's Sling air defense system against Gaza rocket
  125. David’s Sling (Israel)
  126. Israel Declares Arrow System Operational
  127. Arrow 2 Anti Ballistic Missile Interceptor
  128. Arrow 3 Anti Ballistic Missile Interceptor
  129. Arrow 3 makes history – new details. The Intercepting of a ballistic missile from Yemen
  130. Israel’s Arrow 3 has made its 1st-ever interception, downing likely Yemen-fired missile
  131. Israel retires Patriot air defenses as native air defense systems step up
  132. Israel Decommissions US-Made Patriot Air Defense System
  133. In first, US THAAD system deployed in Israel assists in Houthi missile interception
  134. US confirms it’s sending missile defense battery, 100 troops to operate it, to Israel
  135. US said to transfer 2nd THAAD missile battery to Israel as Iran nuclear tensions rise
  136. US deploys additional THAAD missile defense battery to Israel ahead of possible Iran strike
  137. Has Israel’s Iron Beam cracked the challenge of sending lasers to war
  138. Rafael reports record growth as Iron Beam nears deployment
  139. Johann Althaus: Sechstagekrieg: Israel siegte dank diesem getunten Oldie-Panzer. In: Die Welt. 12. Juni 2017 (welt.de [abgerufen am 31. März 2020]).
  140. Beitrag des Jaffee-Zentrums für Strategische Studien (Memento vom 30. Mai 2005 im Internet Archive) (englisch, PDF).
  141. Quelle: GlobalFirepower.com (Memento vom 11. Dezember 2007 im Internet Archive). Zugriff am 28. November 2007.
  142. Asia Times: US up in arms over Sino-Israel ties (Memento vom 15. Januar 2006 im Internet Archive) 21. Dezember 2004 (englisch).
  143. Deutsche Rüstungsexporte nach Israel
  144. Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im Jahre 2023
  145. Israelisches U-Boot in Kiel getauft
  146. Es geht demnach um den Kauf von drei U-Booten der neuen Klasse »Dakar«
  147. Larger, more powerful: Navy declares fleet of Sa’ar 6-class warships operational
  148. U.S. Security Cooperation with Israel
  149. US to fast-track $3 billion arms sale to Israel, including bombs and armored bulldozers
  150. US shipment of 2,000-lb bombs held up by Biden administration arrives in Israel
  151. Israeli Aid for Turkish Earthquake Victims.
  152. Bashing Israel for saving Haitians. In: haaretz.com. 14. Juni 2015, abgerufen am 6. Dezember 2015.
  153. ARD Videoblog: Zwischen Mittelmeer und Jordan – Humanitäre Hilfe für den Feind. Abgerufen am 7. März 2014.
  154. The Jerusalem Post Report: Israel treating al-Qaida fighters wounded in Syria civil war. Abgerufen am 17. Mai 2018.
  155. Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 27. April 2015.
  156. Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 30. April 2015.
  157. RP Online: Mehr als 300 Menschen vermisst: Mindestens 58 Tote bei Dammbruch in Brasilien. Abgerufen am 28. Januar 2019.
  158. „Israel is widely believed to have a nuclear capability“ The Military Balance 2009, International Institute for Strategic Studies, S. 249.
  159. Nukleardeal mit Südafrika: Israel soll Apartheid-Regime Atombomben angeboten haben. Der Spiegel, 24. Mai 2010, abgerufen am 14. November 2010.
  160. Tagesschau Olmert soll über Atomwaffen aufklären (Memento vom 18. August 2008 im Internet Archive), 13. Dezember 2006.
  161. United Nations Treaty Collection. Convention on the Prohibition of the Development, Production, Stockpiling and Use of Chemical Weapons and on their Destruction. (online (Memento vom 7. April 2015 im Internet Archive)).
  162. Membership of the Biological Weapons Convention. United Nations Office At Geneva. (online).
  163. a b Magnus Normark, Anders Lindblad, Anders Norqvist, Björn Sandström, Louise Waldenström: Israel and WMD: Incentives and Capabilities. Swedish Defence Research Agency, Dezember 2005 (online (Memento vom 8. Februar 2007 im Internet Archive))
  164. Proteste gegen ein geheimes Bio-Institut bei Tel Aviv. Angst und offizielle Worte über Nes Ziona. In: Berliner Zeitung, 5. Oktober 1998 (online).
  165. Jeff Stein: Debunking the „ethno-bomb“. 2. Dezember 1998, salon.com (online).
  166. TAVOR Assault Rifle
  167. IDF says ‘shalom’ to the M-16
  168. IDF reserve units switching to Israeli-made Tavor rifle
  169. Israel to purchase tens of thousands of local assault rifles for IDF infantry brigades
  170. The Tavor rifle was made for the Israeli military's unique situation
  171. IWI ARAD
  172. EMTAN MZ-4 assault rifle has successfully undergone rigorous IDF testing
  173. Defense Ministry Issues Tender for IDF M4 Assault Rifles
  174. Israeli firm secures record deal to supply IDF with standardized rifles
  175. Israeli Ministry of Defense Cancels Ari Arms' Unexpected Tender Win
  176. Israel's Defense Ministry Cancels Major Rifle Supply Tender Won by Little-known Company
  177. New Machine Guns, Advanced Capabilities: How the IDF Prepares for Future Combat Challenges
  178. ARBEL System
  179. The Uzi was One of the World’s Most Popular Submachine Guns
  180. IMI Uzi: One of the most produced submachine guns in the world
  181. FAQ: Women in the IDF
  182. Haredi Yeshiva Students Are Being Called to IDF Enlistment Centers. What’s Next?
  183. IDF sending 14,000 more draft orders to Haredi men, but won’t meet enlistment goal
  184. Seven Reasons Why the IDF is Considered a Tolerant Military
  185. IDF shaves four months off men’s mandatory service
  186. IDF cuts mandatory military service for men to 2.5 years
  187. Knesset delays 2-month reduction in mandatory military service for men
  188. Approved in first reading: Extension of compulsory military service for men to 36 months, until 2029
  189. › כתבות-כלליות תגמולי חיילי מילואים
  190. Just a quarter of all eligible reservists serve in the IDF
  191. In efficiency drive, IDF cuts a fifth of its reservists
  192. Proposed Legislation to Extend Compulsory Reserve Duty—February 2024: A Guide
  193. Quantity and Cost of Reserve Service in the Event that Haredim Enter Regular and Reserve Service in the IDF
  194. Sharp drop seen in reservist response rate due to burnout amid long war
  195. IDF says a huge number of reservists have reported for duty, including those not summoned
  196. Extended army reserve service to count toward college credit
  197. Gallant presents billion-shekel plan to boost benefits for reserve soldiers
  198. Gallant, Smotrich present NIS 9 billion wartime aid plan for IDF reservists
  199. Knesset passes law barring employers from firing spouses of IDF reservists
  200. IDF reserve commanders, recruiting via WhatsApp, say they’re struggling to fill ranks
  201. Knesset passes emergency bill delaying retirement for reservists
  202. IDF announces plans to increase service time for conscripts and reservists
  203. Government backs new extension to IDF reservists’ service despite backlash
  204. Amid troop shortage, IDF to call up reservists previously released from duty
  205. Knesset panel prepares Basic Law anchoring reserve duty as fundamental state value
  206. Rivlin zeichnet Soldaten aus In: israelnetz.de. Israelnetz, 20. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2018.
  207. FAQ: Women in the IDF
  208. For first time in 13 years, IDF recognizes female refuser as conscientious objector
  209. Sherut Leumi: National Service
  210. IDF appoints first female officer to lead light infantry battalion
  211. IDF to deploy all-female tank crews after two-year trial deemed a success
  212. Female IDF tank crews ran down dozens of Hamas terrorists on October 7
  213. First woman accepted into Israeli special forces unit, making history
  214. Women in the Army
  215. Breaking Barriers: Alice Miller’s Story
  216. Meet the extraordinary women of the IDF
  217. The First Female Brigade Commander in the History of the IDF
  218. Official appointment of president’s first female military aide
  219. IDF sees surge in female conscripts seeking combat roles since start of war with Hamas
  220. High Court orders IDF to explain why not all elite units are open to female soldiers
  221. Equal but different: The specific health considerations of female combat soldiers
  222. Int'l Women's Day: IDF aims for 50% increase in female senior officers
  223. IDF expands combat roles for women, but says most are not cut out for elite units
  224. Rabbis urge IDF chief to stop women’s integration into combat units
  225. Deputy minister knocks plan to let more women into combat units
  226. Historic first: IDF deploys female tank crews to Gaza border
  227. A Third of Israeli Female Soldiers Were Sexually Harassed
  228. The IDF has a problem with female soldiers - opinion
  229. Lee Walzer: Between Sodom and Eden. A gay journey through today’s changing Israel. New York 2000, ISBN 0-231-11394-3, S. 118f (englisch); ebenso: Danny Kaplan: Brothers and Others in Arms. The Making of Love and War in Israeli Combat Units. New York/London/Oxford 2003, ISBN 1-56023-364-8 (englisch) und ein deutscher Artikel.
  230. Cheryl K. Chumley: Israel drafts first transgender female soldier Artikel vom 15. August 2013 auf der Webseite washingtontimes.com (englisch). Abgerufen am 7. Mai 2021.
  231. Homosexuality and the Israel Defense Forces – Did Lifting the Gay Ban Undermine Military Performance? (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive) von Aaron Belkin and Melissa Levitt vom Juni 2000. Einsicht genommen am 24. Juli 2007.
  232. Israeli LGBTQ soldiers hope the war in Gaza will bolster their fight for equal rights at home
  233. Same-sex partners of fallen soldiers are now recognized as IDF widow/ers
  234. Knesset amends law recognizing LGBTQ partners of fallen soldiers
  235. Gedenktag für die Gefallenen und Unabhängigkeitstag 2002. Israelnetz.de, 15. April 2002, abgerufen am 11. November 2019.
  236. Medaille ehrt Soldaten aus Zeit der Besatzung im Libanon. Israelnetz.de, 3. März 2021, abgerufen am 4. März 2021.
  237. a b John Laffin, Mike Chappell: The Israeli Army in the Middle East Wars 1948–73. London 1982, S. 9.
  238. John Laffin, Mike Chappell: The Israeli Army in the Middle East Wars 1948–73. London 1982, S. 8f.
  239. John Laffin, Mike Chappell: The Israeli Army in the Middle East Wars 1948–73. London 1982, S. 7–9.
  240. Friedrich Schreiber, Michael Woffssohn: Nahost. Geschichte und Struktur des Konfliktes. Opladen 1989, S. 138.
  241. Katrin Bock: Die jüdische Gemeinde in Prag im 20. Jahrhundert. Beitrag in Radio Prag vom 9. April 2005, eingesehen am 21. Januar 2008.
  242. Thorsten Jungholt: Bundeswehr soll in Israel den Häuserkampf lernen. In: Die Welt. 30. August 2015 (welt.de [abgerufen am 16. Februar 2020]).
  243. 1957: Weihnachtliches Geheimgeschäft mit Israel – VDI nachrichten. 24. Dezember 2019, abgerufen am 13. April 2020.
  244. Thore Schröder: (S+) Eskalation der Gewalt im Westjordanland: Wie radikale Siedler die Palästinenser vertreiben. In: Der Spiegel. 30. Oktober 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 9. November 2023]).
  245. Thore Schröder: US-Sanktionen gegen Israels Militär: Washingtons Misstrauensbeweis. In: Der Spiegel. 22. April 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. April 2024]).
  246. Fritz Schaap: (S+) Krieg in Gaza: »Das israelische Militär arbeitet sehr konsequent mit Desinformationen«. In: Der Spiegel. 17. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. November 2023]).
  247. a b Yaniv Kubovich, Michael Hauser Tov: צה"ל מפעיל אזרחים פלסטינים כמגינים אנושיים לסריקת מנהרות ומבנים בעזה / Israeli Army Uses Palestinian Civilians to Inspect Potentially Booby-trapped Tunnels in Gaza. Haaretz, 13. August 2024;
  248. Jack Khoury: Israeli Soldiers Filmed Using Detainees in Gaza as 'Human Shields'. Haaretz, 1. Juli 2024.
  249. Palestinian man shot, tied to jeep says Israeli forces gave no explanation Al Jazeera, 24. Juni 2024.
  250. Human shields B’Tselem.
  251. “We must urgently find our way back to peace”, says High Commissioner Volker Türk as he presents his global update to the 56th session of the Human Rights Council. In: ohchr.org. Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, 18. Juni 2024, abgerufen am 18. Juni 2024.
  252. vgl. The War for Israel’s Survival – alternet.org.